Buchstaben-Salat-Rezension:
Am Ende des letzten Buches der Legenden der Drachenlanze angekommen, muss ich
überrascht feststellen, dass sich diese Reihe entscheidend von den anderen
Reihen des Autoren-Duos Weis / Hickman unterscheidet: Neben der ungewohnt
düsteren Handlung überraschte mich vor allem der hohe Grad an
Charakterentwicklung, der in den anderen Büchern eher einen sekundären
Stellenwert einnahm.
Der Leser erfährt, dass in
seinen gut gelaunten und meist siegreichen Helden mehr steckt als das - sie alle
haben ihre Dämonen, auf die ein oder andere Weise: Caramons Dämon ist
zweifelsohne die Beziehung zu seinem Bruder Raistlin - oft betrogen und verhöhnt
von diesem, kann er sich dennoch der Bruderliebe nicht erwehren. Und was
Raistlin angeht - nun, er ist eigentlich die zentrale Figur dieser Trilogie, hat
sich vom kränklichen Gefährten der Chroniken zu einem machtgierigen Magier der
schwarzen Roben entwickelt - und dennoch auch seine Dämonen, wenn auch ganz
anders, als man vermuten mag...
Die Geschichte um die beiden Brüder nimmt
sicherlich den Hauptteil der Handlung ein, dennoch haben Weis und Hickman ein
paar Überraschungen für den Leser bereit, unter anderen ein Wiedersehen mit
alten Bekannten. Auch an Humor fehlt es der Geschichte nicht und wie auch in den
beiden Vorgängerbänden erfährt man viel über die Vergangenheit der Brüder und
vor allem die Geschichte Ansalons. Wer mehr möchte, als die flott erzählten
Chroniken, ist mit den Legenden bestens bedient!