Buchstaben-Salat-Rezension:
Weis und Hickman gelingt es nach einem etwas mühsamen Start auch im zweiten Teil
der Legenden der Drachenlanze, ihr Niveau zu halten. Die Reihe hebt sich meiner
Meinung nach weiterhin qualitativ von den anderen Drachenlanze-Büchern ab, da
nicht nur Action und Humor im Vordergrund stehen, sondern vor allem der
interessante Charakter Raistlins ausgiebig beleuchtet wird.
Der Magier und sein Bruder
Caramon, sowie die Klerikerin Crysania und der Kender Tasslehoff sitzen immer
noch in der Vergangenheit fest, auch wenn sie sich ein wenig auf die "Gegenwart"
zubewegt haben. Der Leser erfährt im zweiten Buch der Legenden mehr über die
Zwergenkriege - ja, er ist sogar mittendrin, denn Caramon spielt eine wichtige
Rolle in den Feldzügen. Allein Crysania bleibt für mich wie schon in Band eins
recht blass, beinahe nervt sie schon mit ihrer Naivität und Hörigkeit dem
dunklen Magier gegenüber.
In dem an sich spannenden Buch
ist sie für mich daher nur Beiwerk, während der Fokus der Handlung vor allem auf
der zerbrechenden Beziehung der Zwillingsbrüder liegt. Caramon realisiert mehr
und mehr, wie sehr sein Bruder vom Ehrgeiz zerfressen wird und dass er keinerlei
Skrupel mehr hat, Hindernisse auf dem Weg zu seinen dunklen Zielen zu
beseitigen.
Dem
Dunkelelfen Dalamar (Raistlins Lehrling) wird in diesem Band eine größere Rolle
zugemessen, doch erfährt man in "Die Kinder der Drachenlanze"
weitaus mehr über diese interessante Figur. Auch warum Kitiara, die Schwester
von Caramon und Raistlin, in diesem Buch vorkommt, ist mir nicht ganz klar
geworden. Ihre Rolle muss im nächsten Band noch wesentlich mehr Raum einnehmen,
um ihr Auftauchen zu rechtfertigen.
Insgesamt ist Band zwei von Spannung und Anspruch
her mit Band eins zu vergleichen und lässt auf ein interessantes Ende der
Trilogie hoffen.