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Sarah Waters


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Solange Du lügst
Fingersmith
(2)



493 Seiten (TB), Rütten & Loening
Genre: Historischer Roman

Bewertung (1-10):

"My name, in those days, was Susan Trinder."

Inhalt:
Susan Trinder ist eine Waise. Ihre Mutter starb am Galgen – so jedenfalls hat es ihr Mrs. Sucksby erzählt, die Frau, bei der Sue Unterschlupf fand. Mrs. Sucksby steht einem Haus von Dieben vor. Ihre Schützlinge betteln und stehlen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nur Sue behandelt sie mit ausgesuchter Höflichkeit, als sei das Mädchen etwas Besonderes. Eines Tages taucht ein Mann auf, den alle "Gentleman" nennen.

Als Zofe soll Sue ihm helfen, die unbedarfte Adelige Maud Lilly zu heiraten und so an ihr Vermögen zu gelangen. Ist die Heirat vollzogen, will er die junge Frau in ein Irrenhaus einweisen lassen. Ein angeblich narrensicherer Plan, doch Sue muss bald erkennen, dass ihr in diesem Stück nicht nur die Rolle der skrupellosen Betrügerin zukommt. Bald verwischen sich die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Liebe und Hass...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Solange Du lügst - ja, und was wenn nicht mehr? Der deutsche Titel hat sich mir nicht so ganz erschlossen, auch wenn im Buch gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Sarah Waters entführt ihre Leser ins London anno 1862, in ein kleines, piefiges Haus, das von einigen Dieben bewohnt wird. Diese schmieden einen hinterhältigen Plan, der im Groben die Heirat und Abschiebung einer reichen Lady ins Irrenhaus beinhaltet. Ist die Gute erst einmal aus dem Verkehr gezogen, wird ihr Vermögen unter ihrem niederträchtigen Bräutigam mit dem widersprüchlichen Namen "Gentleman" und einer eingeschleusten Zofe, der jungen Sue, aufgeteilt.

Planung, Ausführung und vor allem die Konsequenzen dieses Verbrechens sind der Inhalt von "Solange Du lügst" und Waters gelingt es ganz wunderbar, ihren Lesern die handelnden Figuren näher zu bringen. Dabei wechselt sie mehrmals die Perspektive und man kann die verschiedenen Protagonisten mal von "innen, mal von "außen" kennen lernen. Schöne atmosphärische Beschreibungen und eine recht unterhaltsame Handlung lassen die Geschichte nett vor sich hin plätschern - bis die Autorin die erste Bombe platzen lässt!

Genau diese Wendung - auf die ich jetzt natürlich nicht näher eingehen möchte - macht einen Großteil des Reizes dieses Buches aus und lässt aus einem einfachen, soliden historischen Roman fast einen kleinen Thriller werden. Es folgen einige weitere Überraschungen, die aber nie so unerwartet sind, wie diese geschickt platzierte erste "Bombe". Stellenweise ufert das Buch in der Mitte etwas aus - weniger wäre mehr gewesen und hätte die Geschichte etwas mehr straffen können.

Alles in allem ein relativ lesenswertes Buch, das zwar stellenweise ein paar Längen hat, diese aber durch einige unvorhergesehene Wendungen wieder wett machen kann.

Zur englischen Ausgabe:
Sarah Waters ergeht sich oft in Andeutungen und Umschreibungen, mit denen ich stellenweise so meine Probleme hatte. Ansonsten ein wenig Cockney-English, das aber nach kurzer Eingewöhnungszeit gut verständlich ist.

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