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Moritz von Uslar


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100 Fragen




315 Seiten (TB), Kiepenheuer & Witsch
Genre: Allgemeine Belletristik

Bewertung (1-10):

"Ein gutes Interview ist wie ein Boxkampf."

Inhalt:
Aus der Not heraus kreierte der Journalist und Autor Moritz von Uslar vor fünf Jahren eine Interviewform, die heute zum originellsten und erhellendsten gehört, was es im deutschen Blätterwald über Prominente zu lesen gibt. Im Sinne der Ansage 'So schnell wie möglich, denn wir haben ja nicht ewig Zeit' stellt er Berühmtheiten wie George Clooney, Elton John oder Hillary Clinton exakt 100 Fragen. Subversive und unverschämte Fragen, wie die an Woody Allen: 'Kennen Sie etwas Originelleres, als "Uh, Baby!" zu stöhnen beim Orgasmus?' Eigentlich als Gegenwehr auf die absurden Bedingungen gedacht, unter denen Hollywoodstars interviewt werden, erschuf Uslar eine Kunstform, in der sich die Gesprächspartner von einer gänzlich unbekannten Seite zeigen. Und das nicht nur im druckvollen Frage-und-Antwort-Spiel, sondern gerade auch durch ihre Körpersprache, durch Blicke und Gesten, die Uslar in wunderbar genauen, respektlosen Zwischenkommentaren beschreibt. Uslars '100 Fragen', einer großen Fangemeinde bekannt durch ihre Veröffentlichung im 'SZ-Magazin', sind Extremtexte - messerscharf und gefährlich dicht dran.

Interviewpartner:
Mick Jagger - Peter Stein - Woody Allen - Til Schweiger - Udo Lindenberg - Michel Friedman - Harald Schmidt - Angela Merkel - Götz George - Dieter Bohlen - Elton John - Karl Lagerfeld - Luciano Pavarotti - Willie Nelson - Ulrich Wickert - George Clooney - Heidi Klum - Hillary Rodham Clinton - Martin Walser u. a.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Von Uslars Konzept ist zwar aus der Not geboren, funktioniert aber perfekt: Das Führen eines Interviews ist immer mehr zur Akkordarbeit verkommen und ein Journalist hat häufig nur die Zeit seine Fragen zu stellen, die in einem ganz normalen Gespräch für Plattitüden übers Wetter drauf gehen würden. Von Uslars 100 Fragen, die sich seit Jahren im SZ-Magazin bewährt haben, gibt es nun auch in Buchform.

Prominente Menschen aller Couleur stellen sich seinen Fragen - und ich bewundere sie für ihren Mut, ihre Schlagfertigkeit und bin in manchen Fällen auch überrascht über ihre Dummheit. Von Uslar ist nämlich der Mann mit der Schnellfeuerpistole, seine Munition sind seine Fragen. Diese sind mal verdächtig unverdächtig ("Was ist sexy an den Bermudas?" zu Hillary Rodham Clinton), mal provokant ("Wie hieß der Stasityp, mit dem Sie verhandelt haben?" zu Gregor Gysi), mal hintersinnig ("Gegen welche Ihrer Ängste soll Sie Ihr Lächeln schützen?" zu George Clooney) und mal einfach nur albern ("Sagen Sie Klo oder Toilette?" zu Dieter Bohlen). Und wenn 99 Fragen am Ziel vorbei schießen, trifft eine doch immer ins Ziel und verrät dem Leser etwas über den Interviewten, was er bisher noch nicht wusste. Irgendwann lassen sie alle ihre Deckung fallen, ob aus Überraschung, Genervtheit oder Freude, einmal nicht auf Standardfragen antworten zu müssen.

Dieses Buch ist keines, das man am Stück lesen sollte, das ist klar. Ich würde nicht so weit gehen und es - wie in der offiziellen Kurzbeschreibung - einen Extremtext nennen. In kleinen Dosen verabreicht ist es aber originell, spannend und vor allem amüsant.

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