Nicht der Skandal, der sich um sein Vorbild
rankt, macht diesen Roman lesenswert, sondern seine Allgemeingültigkeit.
Es gibt wohl niemanden, dem nicht sofort ein Bekannter einfallen würde,
der wie Wemyß seine Umgebung tyrannisiert. Elizabeth von Arnim hätte als
Hauptpersonen gar nicht die unerfahrene Lucy und ihre gutgläubige alte
Tante Dot zu wählen müssen.
Sobald
Gefühle und Hoffnungen im Spiel sind, können wir alle Opfer einer solchen
Manipulation werden. Diese Geschichte beginnt mit der zweiten Runde. Eben
erst hat sich Vera nach 15 Jahren Ehe aus dem Fenster gestürzt, da sucht
sich Wemyß schon sein nächstes Opfer, die junge Lucy. Und so erfahren wir,
wie alles begann, der Kreis schließt sich. Und doch bleibt die Hoffnung, dass Lucy
das böse Spiel durchschaut. Der Leser erfährt die Gedanken aller
handelnden Personen und muss hilflos Lüge, Täuschung, vergebliche
Hoffnung, Egozentrik und Verzeihen beobachten.
Hier zwei typische Zitate:
Wemyß zu Lucy: "Komm, und schau dich einmal im
Spiegel an, und überzeuge dich, wie klein du bist."
Lucy dagegen denkt über ihn: "Er konnte doch nichts
dafür, daß er so empfindlich war, so war er auf die Welt gekommen."