Willkommen auf Buchstaben-Salat.de!
Informationen und Meinungen rund um Bücher.

Home         Blog          Einkaufstimer          FAQ         Rezensionen          Serien          Forum          Links

Autoren-Infos
Bibliographien
Gerüchteküche

Interviews

Besucher-Input
Besucher-Rezis
Gästebuch
Kontakt

Leserunden
Umfragen

Extras
Bücherrätsel
Sonderberichte
Diverses

 

Partner


booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

eBay

 

 

Anja Thieme


Amazon

Orkneys Söhne.
Die Lebenserinnerungen des Mordred of Orkney.



650 Seiten (HC), Neue Erde Verlag
Genre: Historischer Roman

Bewertung (1-10):

"Gwydion erwachte mit einem tiefen Seufzen."

Inhalt:
Britannien, zehn Jahre nach dem Tode König Artus'... Gwydion of Orkney, einer der letzten Druidenschüler der heiligen Insel Avalion, wird immer wieder von unverständlichen Alpträumen heimgesucht, die seinen Vater Raven betreffen. Er ahnt, dass der Schlüssel zu seinen Visionen in jener Zeit liegt, in der sein Vater zu den Kriegern König Artus' gehörte.

Doch als der junge Mann nach der Wahrheit forscht, weicht selbst seine Mutter allen Fragen aus. Dann lernt Gwydion die Witwe von König Artus kennen, und sein Verdacht, dass Raven am Bruch der Tafelrunde und dem Zerfall Britanniens beteiligt war, nimmt Gestalt an. Fünfhundert Meilen weiter im Norden ringt sich Raven schweren Herzens dazu durch, seine Geschichte noch einmal zu durchleben und für seinen Sohn niederzuschreiben. Er hatte gute Gründe, Gwydion die Vergangenheit zu verschweigen...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Irgendwie habe ich mir Artus und die Ritter seiner Tafelrunde anders vorgestellt. Anja Thieme schildert in "Orkneys Söhne" die Sage um den Herrscher Britanniens und die ihm nahe stehenden Ritter aus der Sicht Mordreds. Dieser ist nicht nur ein Ritter Camelots, sondern auch Druide, sehr zum Missfallen Guenneras, Artus Frau und glühende Anhängerin des christlichen Glaubens.

Obwohl Frau Thieme sich sehr viel Mühe bei Recherche und Darstellung der handelnden Personen gegeben hat - wie ausführliche Bemerkungen, Karten und Stammbäume am Ende des Buches beweisen - konnte sie mir Mordred und seine Gefährten nicht so recht nahe bringen. Die Figuren wirkten auf mich unnatürlich und farblos, um nicht zu sagen unsympathisch. Mir ist es also nicht wie der Autorin ergangen, die ihrer Danksagung zufolge mit Mordred gelitten, gelacht und geliebt hat.

Woran das lag? Ich kann es nicht so recht begründen - vielleicht war es ja der teilweise sehr flapsige Sprachstil, durch den ich viele Äußerungen der Protagonisten als unecht empfunden habe. Vielleicht waren es aber auch die übermäßig vielen Liebschaften, Zoten und Orgien, welche einen Großteil der Handlung vereinnahmten, sie teilweise sogar erdrückten. Ich bin einer Liebschaft in der Rahmenhandlung gegenüber nicht abgeneigt, aber hier wurde es mir einfach zu viel und öde, seitenweise über die sexuellen Eskapaden der diversen Ritter aufgeklärt zu werden und ihre süffisanten Anekdoten lesen zu müssen.

Dennoch möchte ich dieses Buch nicht verreißen, dafür merkt man ihm viel zu sehr die Mühe und Sorgfalt an, welche die Autorin hineingesteckt hat. Ihr Ziel, den in anderen Artus-Erzählungen stets düsteren und bösen Mordred einmal aus einer anderen Perspektive vorzustellen, hat sie erreicht. Mordred ist ein innerlich zerrissener Mann, der jedoch keinesfalls durch und durch böse ist. Er liebt und leidet, erfährt Glück, aber auch viel Trauriges. Auch wenn er kein strahlender Held wie König Artus ist, bleibt er seiner Linie stets treu und ist sich seiner Wirkung auf andere immer (im Positiven wie Negativen) bewusst.

Alles in allem ist "Orkneys Söhne" ein farbenprächtiger und sorgsam ausgeschmückter Historienschmöker, dessen Helden mir jedoch seltsam fremd und gleichgültig blieben. Vielleicht hat es Frau Thieme ja in ihrem Eifer, die Ereignisse in Camelot lebensecht darzustellen und den Helden Leben einzuhauchen, ein wenig übertrieben?

Kontakt                                           Impressum                                               top