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Leonie Swann


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Glennkill
Ein Schafskrimi
 



384 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Funny Krimi

 

“Gestern war er noch gesund”, sagt Maud. Aber heute, da liegt er schon im saftigen irischen Gras, neben dem Heuschuppen unweit des Feldwegs, ihr Schäfer: niedergemäht von einem spitzen Spaten in der Brust. Eine einzelne Krähe hat sich auf seinem wollenen Norwegerpullover niedergelassen „und äugte mit professionellem Interesse in sein Innenleben“.

Inhalt:
Schafe, und wie sie die Welt sehen: „Glennkill“ ist warmherzig und witzig, spannend und ironisch, tiefsinnig und voller Überraschungen! Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde – bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären...

Buchstaben-Salat-Rezension (Hörbuch):
Zunächst konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich mir "Glennkill" in der Buch- oder Hörbuchversion zulegen sollte. Dass es das Hörbuch geworden ist, erscheint mir im Nachhinein gesehen als richtige Entscheidung, da Andrea Sawatzki den Schafskrimi ganz wunderbar vorträgt. Die Geschichte an sich ist sehr humorvoll, doch die Vorleserin erweckt die Schafsherde und ihre individuellen Persönlichkeiten durch Betonung und Stimmlage erst zum Leben. Da ist Moppel (the wale), das dickliche Schaf, das einen guten Snack zu schätzen weiß und sich dabei nicht nur auf Pflanzen beschränkt, sondern allem potentiell Fressbaren recht aufgeschlossen ist. Das gute Futter muss sich nicht nur auf seinen Hüftumfang, sondern auch positiv auf sein Erinnerungsvermögen ausgewirkt haben, denn er ist das "Gedächtnisschaf" der Herde, das sich alle Geschehnisse merken kann. Diese Fähigkeit wird von Miss Maple eifrig genutzt, die als klügstes Schaf der Herde und mit dem (fast) entsprechenden Namen ausgestattet natürlich die Ermittlungsarbeiten leitet.

Die Schafsherde besteht aus weiteren Tieren mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, die nicht zu kurz kommen. Die menschliche "Herde" spielt dabei auch eine Rolle, muss doch aus ihren Reihen der Mörder stammen, der für den Tod des Schäfers George (der den Schafen immer so wunderbar vorgelesen hat, u.a. Liebesromane mit pikantem Inhalt) verantwortlich ist. Mit ihrem Schafsverstand und verschiedenen Talenten ausgestattet, versuchen die Schafe, den Mord aufzuklären. Dabei gelingt es Swann ganz wunderbar, die Sicht der Schafe auf die Menschen zu zeichnen, ohne die Tiere dabei zu vermenschlichen. Sie bleiben, was sie sind, nämlich Schafe und zeigen am Ende den Menschen, dass sie zu viel mehr taugen, als Grasen und Wolle produzieren.

Ich kenne zwar nur die Hörbuchfassung der Geschichte, doch ich denke, dass "Glennkill" in dieser Form einfach am besten seine Wirkung zeigen kann. Nur so kommt man in den Genuss, die detektivischen Schafe energisch "Gerööööchtigkeit" blöcken zu hören oder versteht, warum Cloud so gerne ein Wolkenschaf wäre und warum Sir Richfield so griesgrämig ist. Die Schafe bekommen eine Stimme und verleihen damit dem Schafskrimi erst den richtigen Charme.

 
Besucherrezension von Silke, 21. Januar 2006

Dieses Buch war für mich eine herbe Enttäuschung!! Dies ist ein Schafskrimi! Da ich Tierkrimis liebe, dachte ich dies sei das Buch für mich, doch diese Schafe sind sehr gewöhnlich. Sie können nicht reden, Gras ist bei ihnen Gras und keine Droge… Den ein oder anderen Lacher konnte mir das Buch entlocken, da die Schafe ja schon liebenswert sind und sie ja auch den Mörder ihres Schäfers finden wollen und dabei kein Abenteuer scheuen, aber es konnte mich nicht überzeugen. Viele Namen werden am Ende aufgeschmissen, dass einem der Kopf raucht und bald war dann auch der Mörder gefunden. 
 

Drei-Minuten-Rezension von honeybea, 22. September 2005
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist ein Blickfang. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passt Cover zum Inhalt: Ja
Erzählperspektive: Auktorialer Erzähler (Erzähler ist allwissend, kommentiert, deutet an, blendet vor und zurück im Geschehen) Personaler Erzähler (erzählt aus Perspektive der handelnden Person, kann z.B. absatz- oder Kapitelweise wechseln).
Einstieg in die Geschichte: Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern.
Plot: Originell. Teilweise neue und erfrischende Ideen. Sind gar nicht so blöd, diese Schäfchen!
Figuren: Vielschichtig und interessant. Sympathisch und mitreißend. Weder durch und durch gut bzw. böse. Originell und verrückt. Nachvollziehbar in ihren Motiven. Gerade unter der ermittelnden Schafgemeinde gibt es Reinweiße, Schwarzweiße, ganz Schwarze, wollig Weiße. Die Anzahl der schwarzen Schafe innerhalb der Gemeinde der üblichen Verdächtigen ist allerdings signifikant größer..... Mein Favorit, Mopple the Whale!!!!
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Die Autorin hat den Charme der grünen Insel gut eingefangen. Die tierischen Graskonsumenten sowie ihre zweibeinigen Inselmitbewohnen repräsentieren ihre grüne Heimat liebenswert, authentisch und überzeugend. Ein irisches Schaf muss auch halt mal ein Guinness vertragen können um einen Preis gewinnen zu können....
Lesefluss: Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen. Sonstiges / Kommentar: Geschichte hat im Mittelteil einen kleinen "Hänger". Die Rückblenden wirken etwas "arty-farty".
Sprache: Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen. Man bekommt gut vermittelt, wer eigentlich die wahren (dummen) Schafe sind.
Zusatzmaterial: Personenregister
Stärken: Aufmachung, Einstieg in die Geschichte, Plot (Geschichte), Charakterzeichnung, Setting, Lesefluss, Sprache
Schwächen: keine
Letzte Worte: Ein erfrischendes Debut!!!! Man kann sich gut in die Welt der "woolen jumpers" hereinversetzen, wenn man sich erstmal mit der Denkweise der Riesenwollknäuel vertraut gemacht hat. Die nehmen uns nämlich genau beim Wort!
 

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