Buchstaben-Salat-Rezension:
Tut mir leid, aber im Funny-Fantasy-Bereich ist mir mein Pratchett einfach
lieber. Martin Scott hat zwar einen ganz guten Ansatz mit Thraxas, dem dicken,
nicht besonders magiebegabten Ex-Zauberer, der sich nun als Privatdetektiv
verdingt, doch mit seinem Humor liegt er nicht unbedingt auf meiner Wellenlänge.
Was vielleicht daran liegen könnte, dass ich
meistens nicht in der Lage war, solchen zu entdecken. Genervt von blöden Namen
(lag vielleicht an der Übersetzung) wie König Reeth-Lackal, Prinz Frisen-Lackal,
Prinz Dös-Lackal, die sich eher nach dem Kölner Dreigestirn anhören, als nach
einer Herrscherfamilie, ist mir vielleicht der ein oder andere (Wort-)Witz
entgangen? Auch die buchstäbliche Vergewaltigung der Namen solcher Fabelwesen
wie Orks in "Orgks" oder Zentauren in "Kentauren", tat weh. Und ich konnte bei
solchen Veränderungen auch nicht erkennen, ob sich diese Rassen in
grundsätzlichen Eigenschaften von ihren mythischen Vorbildern unterschieden.
Einen Lacher hat das Buch aber sogar aus mir
heraus gekitzelt - Cimdy und Bertix, die Straßenmusikanten, da musste selbst ich
kichern. Alles in allem
aber kein Buch, an das ich mich lange erinnern werde. Die Handlung ist zwar
leicht lesbar, doch störten mich die "plötzlichen" Geistesblitzes unseres
Detektives schon ein wenig - sie kamen ihm praktischerweise immer an der
richtigen Stelle und verhinderten große Komplikationen im munter dahin
plätschernden Plot.
Geschmäcker sind ja zum Glück
verschieden und so werde ich mich, wenn ich im Fantasy-Sektor herzhaft lachen
möchte, wieder Terry Pratchett zuwenden. Thraxas ist mir dafür einfach nicht
hintersinnig genug...