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Ulrike Schweikert


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Die Tochter des Salzsieders

 



454 Seiten (TB), Verlagsgruppe Droemer Knaur
Genre: Historischer Roman

Bewertung (1-10):

"Es war Frühling, die Obstbäume standen in voller Blüte und glänzten rosa und weiß
im hellen Sonnenschein."

Inhalt:
Anne Katharina Vogelmann ist die Tochter eines wohlhabenden Salzsieders und unzufrieden mit ihrer Rolle als das sittsame Mädchen, das nur auf den Ehemann zu warten hat. Ihr beschauliches Leben ändert sich, als sie dunkle Geheimnisse und sogar einen Mord entdeckt. Die Spur führt in ihre eigene Familie...
 

Buchstaben-Salat-Rezension:
Anna Katharina Vogelmann ist eine schlaue, wissbegierige junge Frau, die im Haushalt ihres älteren Bruders lebt und dessen Meinung darüber, was sich für ein "Weibsbild" seiner Zeit ziemt mit der ihren manchmal so gar nicht übereinstimmt. Als in ihren ruhigen Alltag im Schwäbisch Hall des Jahres 1510 plötzlich diverse Morde und andere seltsame Geschehnisse einbrechen, kann die neugierige Anna nicht widerstehen und forscht nach den Ursachen.

"Die Tochter des Salzsieders" ist der Autorin meiner Meinung nach nicht so gut gelungen, wie ihre anderen historischen Romane, die allesamt im mittelalterlichen Deutschland spielen. Das liegt zum einen daran, dass das im Buchtitel genannte Salzsiedertum falsche Erwartungen weckt, denn viel erfährt man nicht über die Herstellung des Salzes. Erst gegen Ende wird - fast pflichtbewusst nachgeschoben - kurz darauf eingegangen. Stattdessen wird der Leser mit Ratsherrn Ulrich gelangweilt, der sich ein ums andere Mal über einen im Rat verhandelten - und laut Autorin historisch belegten - Streit um eine Bürgerliche Trinkstube ergeht. Die eigentliche Handlung des Buches um die seltsamen Morde und das verdächtige Verschwinden von Holzvorkommen bringen diese Episoden leider nicht voran.

Und so plätschert der Roman leise vor sich hin, unterbrochen durch ein paar Bluttaten, die von der jungen Anna recht unbeholfen untersucht werden. Nichts halbes und nichts Ganzes scheint die Geschichte zu sein, weder historischer Krimi, noch reiner historischer Roman. Nach 454 Seiten sind die Täter gefasst, alle Rätsel gelöst und die arme Anna sieht einer (wie damals üblich) von dritter Seite gestifteten Ehe entgegen. Wie es ihr dabei ergehen wird, kann man im frisch erschienen neuen Roman "Das Kreidekreuz" von Ulrike Schweikert nachlesen. Ich hoffe nur, dass dieser wieder die Qualität von "Die Herrin der Burg" erreichen kann.

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