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Ulrike Schweikert


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Die Hexe und die Heilige

 



480 Seiten (TB), Verlagsgruppe Droemer Knaur
Genre: Historischer Roman

Bewertung (1-10):

"Der Wind führ heulend um die Ecke, strich an der Hauswand entlang, griff nach dem hölzernen Laden und riss ihn von seinem eisernen Haken."

Inhalt:
Deutschland am Vorabend des 30jährigen Krieges: Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme. Sie lernt die dunklen Geheimnisse der Mächtigen kennen und wird zur Gefahr. Die Häscher der Inquisition rüsten zur Hexenjagd...

Buchstaben-Salat-Rezension:
In "Die Hexe und die Heilige" geht es um Zwillingsschwestern, die beide die Gabe des Sehens haben. Eine der beiden, Helena, wird als junges Mädchen ins Kloster geschickt, während ihre Schwester Sibylla in einer anderen Stadt zur Hebamme ausgebildet wird. Das Buch spielt in einer Zeit (genauer gesagt Anfang des 17. Jahrhunderts), in der die Hexenverfolgung in großen Teilen des Landes an der Tagesordnung war. Gab die Kuh keine Milch oder zerstörte ein Hagelsturm die Ernte war vielleicht die Nachbarsfrau, die sich in letzter Zeit verdächtig benommen hatte, schuld. Schnell wurden böse Gerüchte und Verleumdungen in Umlauf gebracht, die "Hexe" vom Schultheiß abgeholt und in den Kerker verbracht. Wurde diese dann einer peinlichen Befragung (Folter) unterzogen, hatte sie die Namen ihrer Gespielinnen zu nennen - Namen, die ihr von ihren Folterknechten vorher eingebläut worden waren.

Das Buch hat bereits zu Anfang einige dicke Pluspunkte bei mir gesammelt, denn es enthält ein ausführliches Glossar, das Begriffe wie Untergänger oder Bursnerin erklärt und dazu einige ergänzende Bemerkungen der Autorin zu Dichtung und Wirklichkeit. Zwei Karten klären über den Aufbau der Haupthandlungsorte, Ellwangen und Leonberg, auf.

Man merkt dem Buch von Beginn an, dass die Autorin sich sehr viel Recherchearbeit gemacht hat. Die meisten mittelalterlichen Begriffe (wie z.B. die o.g. Berufsstände) sind zudem im Glossar erklärt, was für das Verständnis wichtig ist. Etwas verwirrend finde ich die Angewohnheiten der Menschen im Mittelalter, ihren Kindern Namen aus einem relativ begrenzten "Pool" zu geben. Im Buch stolperte ich schon des Öfteren darüber, dass z.B. in einer Situation nicht von der Tochter des Hauses die Rede ist, sondern von der Nachbarsfrau. Oder dass Mutter und Tochter denselben Namen haben - wie es bei Helena der Fall ist.

Bedrückend wird auch die Rolle der Frau geschildert - ich weiß ja, dass es damals so üblich war, dass eine Frau auf der Inventarliste ihres Mannes irgendwo zwischen Kleiderschrank und Melkschemel rangierte. Trotzdem macht es mich wütend zu lesen, wie Männer ihre Frauen behandeln durften, ohne dass ihnen jemand etwas anhaben konnte. Nun ja, so ganz sind diese Zustände ja auch in unserer "modernen" Welt noch nicht beseitigt...

Alles in allem ein gutes Buch, das viele Details aus dem Leben der normalen Bevölkerung schildert und sich meist flüssig lesen lässt. Vor allem gegen Ende nimmt die Handlung noch an Fahrt auf und ließ mich fast die Hälfte des verbliebenen Buches in einem Rutsch durchlesen. Ich bin schon gespannt auf die anderen Bücher der Autorin!

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