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Frank Schätzing


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Der Schwarm




956 Seiten (TB), Kiephenheuer & Witsch
Genre: Wissenschafts-Thriller

Bewertung (1-10):

"An jenem Mittwoch erfüllte sich das Schicksal von Juan Narciso Ucañan,
ohne dass die Welt davon Notiz nahm."

Inhalt:
Ein Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus? Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrheit auf die Spur.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Essen Sie gerne Hummer? Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie sich die Gesellen zweimal anschauen, bevor Sie Ihre Gabel in sie hineinbohren. Ein romantischer Spaziergang am Meer wird vielleicht von einem nervösen Schulterblick begleitet werden, ob da nicht ein paar Krabben... Und das obligatorische Whale-Watching im Kanada-Urlaub... - aber ich verrate zu viel.

In Frank Schätzings Öko-Thriller "Der Schwarm" geht es um die Bedrohung der Menschheit aus dem bzw. durch das Meer. Eine Reihe von Ereignissen auf der ganzen Welt erscheinen zunächst zwar seltsam und bizarr, aber noch wird ihnen keine Bedeutung im großen Rahmen beigemessen. Der Leser lernt einige Wissenschaftler kennen, die rund um den Erdball verteilt ihrer Arbeit nachgehen und eines gemeinsam haben - irgendwie haben ihre Forschungsaufträge alle etwas mit dem Meer zu tun. Schätzing stellt uns die Wissenschaftler sorgfältig vor - ohne zu langweilen - versieht sie jeweils mit einer privaten Note, wodurch sie plastischer und sicherlich auch leichter zu ertragen werden, denn immerhin sollen sie uns durch dieses 1.000 Seiten starke Buch begleiten.

Der Aufbau der Geschichte verläuft nach einem Muster, das man spätestens nach dem ersten Viertel des Buches durchschaut: Wissenschaftliche Erklärungen wechseln sich mit spannenden Geschehnissen ab, das ganze abgerundet mit einer Prise Beziehungsgeschichte und persönlichem Background der Protagonisten. All das in appetitlich portionierten Bröckchen, immer schön abwechselnd präsentiert. Auch wenn das Schnittmuster bald durchscheint, mindert es den Unterhaltungswert der Geschichte doch kaum - im Gegenteil, ich denke, dass es gerade bei einem Buch von solch einer Dicke, das voll gestopft ist mit wissenschaftlichen Hintergrundinformationen, wichtig ist, den Leser nicht zu überfordern.

Bei mir zumindest ging Schätzings Häppchentaktik auf - bis kurz vor Ende konnte ich mich kaum vom Buch trennen. Einzig den Schluss hätte der Autor etwas weniger bizarr gestalten sollen (allerdings reißt der Epilog es für mich wieder heraus). Ein wenig rutscht die Geschichte auch in die typische Showdown-Hektik ab - die Ereignisse überschlagen sich, ein paar Klischées werden bemüht und alles erinnert irgendwie an einen der typischen Kinofilme à la Deep Impact oder Independence Day. Etwas weniger wäre nach meinem Geschmack mehr und sicherlich ebenso dramatisch gewesen...

Fazit: Ein spannender, aber auch lehrreicher Öko-/Wissenschaftsthriller, der - meiner Meinung nach äußerst gelungen - dem Menschen bewusst macht, dass er nicht die Krone der Schöpfung, sondern ein Teil von ihr ist, dessen Handeln Konsequenzen hat. Dies gelingt Schätzing ohne den mahnend erhobenen Zeigefinger, sondern allein durch eine sorgfältig aufgebaute Geschichte mit hohem Unterhaltungswert. Einzig was die Actionsequenzen angeht, hatte der Autor wohl einige einschlägige Kinofilme zu sehr verinnerlicht.

Besucherrezension von Peter Dobrovka (HP), 13. Oktober 2004
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung: Durchschnittliche Bindung, normaler Buchrücken. Man sieht dem Buch hinterher an, dass es gelesen wurde.
Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke.
Das Cover ist ein Blickfang.
Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passt Cover zum Inhalt: Nein
Erzählperspektive: Personaler Erzähler (erzählt aus Perspektive der handelnden Person, kann z.B. absatz- oder Kapitelweise wechseln)
Einstieg in die Geschichte: Durchschnittlich - weder langweilig noch besonders interessant.
Plot: Originell. Teilweise neue und erfrischende Ideen.
Figuren: Vielschichtig und interessant.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Lesefluss: Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sprache: Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen.
Zusatzmaterial: Lesebändchen
Stärken: Plot (Geschichte)
Lesefluss
Schwächen: keine
 

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