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Walter Satterthwait


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Oscar Wilde im Wilden Westen
Wilde West



447 Seiten (TB), dtv

Genre: Allgemeine Krimis / Thriller

Besucherrezi
vorhanden

"Als er in der Dunkelheit an den kleinen trippelnden Gestalten der Chinesen vorbeipirschte, vorbei an den Gruppen mit ihrem geistlosen, piepsigen Geschwätz, stieg ihm der Gestank alter Fische und menschlicher Exkremente in die Nase, der Geruch faulender Früchte, der Mief ungenannter Kräuter und Gewürze, mit denen diese Leute ihren erbärmlichen Fraß zubereiteten."

Inhalt:
Im Jahr 1882 hält die Kultur Einzug im Wilden Westen. Ein Jahr nach dem legendären Revolverduell am O. K. Corral reist ein Mann durch das gesetz- und sittenlose Land zwischen San Francisco und Chicago. In seiner Heimat Inbegriff für Geschmack, Stil und Bildung, provoziert er in der neuen Welt eine Mischung aus Bewunderung und Abscheu: Oscar Wilde. Er wird begleitet von Journalisten, Schülern, Spielern, Profitgeiern, schönen Bewunderern beiderlei Geschlechts und einem Mörder: Denn in den Orten und an den Abenden von Oscars Auftritten werden Prostituierte ermordet...

"Oscar nickte dem Revolvermann zu. «Dr. Holliday.» Holliday erwiderte das Nicken. «Dichter.» Seine Augen waren immer noch so schwarz und leer wie die fernsten Regionen des Universums..."

Besucherrezension von Stefan, 3. Januar 2004

Oscar Wilde tourt mit seinen Büchern durch den Wilden Westen und hält Lesungen. Ihm folgen eine Reihe von verschiedenen, teilweise skurrilen Personen (unter anderem sein Manager und ein Journalist). Plötzlich werden Frauen in den Orten getötet, die Wilde und seine Mitreisenden besucht haben. So fällt der Verdacht auf Oscar und seine Begleiter, die sich nun gegenseitig als Mörder verdächtigen.

Das Buch ist mein erstes von Walter Satterthwait und äußerlich nett aufgemacht mit einem schönen Cover. Bereits im Prolog steigt der Leser direkt in die Geschichte ein - es wird die erste Frau ermordet. Zunächst wird keine Beziehung zwischen dem Mord, Oscar Wilde und seinen Begleiter hergestellt, so dass Satterthwait in Ruhe die einzelnen Personen vorstellen kann. Dies geschieht auf unterhaltsame Art und Weise, ohne zu langweilen.

Eine Stärke des Buches sind die gewitzten Kommentare Wildes zu den anderen Figuren. Diese äußert er allerdings meistens nicht laut, so dass sie nur dem Leser zugänglich sind. Das Krimi-Element des Buches war für mich eher uninteressant - vielmehr lebt die Geschichte vom Humor des Autors bzw. Oscar Wildes. Ungefähr in der Mitte der Geschichte hat das Buch ein kurzen Hänger, da in dieser Phase Oscar Wilde der Humor verloren geht. Da er unter Mordverdacht steht, ist dies erklärbar und logisch. Allerdings lebt das Buch eben von Wildes Humor, so dass ich diese Phase eher als Länge empfand. Die Auflösung des Krimis schließlich ist logisch, aber nicht originell. Da der Krimi für mich jedoch nicht im Vordergrund stand, fand ich dies nicht weiter schlimm.

Fazit: Mit hat das Buch sehr gut gefallen, da der subtile Humor wirklich klasse ist. Für eine Spitzennote hätte der Krimiplot allerdings origineller sein müssen.

 

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