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"Als er in der Dunkelheit an den kleinen trippelnden Gestalten der
Chinesen vorbeipirschte, vorbei an den Gruppen mit ihrem geistlosen, piepsigen
Geschwätz, stieg ihm der Gestank alter Fische und menschlicher Exkremente in die
Nase, der Geruch faulender Früchte, der Mief ungenannter Kräuter und Gewürze,
mit denen diese Leute ihren erbärmlichen Fraß zubereiteten." |
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Inhalt:
Im Jahr 1882 hält die Kultur Einzug im Wilden Westen. Ein Jahr nach dem legendären Revolverduell am O. K. Corral reist ein Mann durch das gesetz- und sittenlose Land zwischen San Francisco und Chicago. In seiner Heimat Inbegriff für Geschmack, Stil und Bildung, provoziert er in der neuen Welt eine Mischung aus Bewunderung und Abscheu: Oscar Wilde.
Er wird begleitet von Journalisten, Schülern, Spielern, Profitgeiern, schönen Bewunderern beiderlei Geschlechts und einem Mörder: Denn in den Orten und an den Abenden von Oscars Auftritten werden Prostituierte ermordet...
"Oscar nickte dem
Revolvermann zu. «Dr. Holliday.» Holliday erwiderte das Nicken. «Dichter.» Seine
Augen waren immer noch so schwarz und leer wie die fernsten Regionen des
Universums..." |
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Besucherrezension von Stefan, 3. Januar 2004 |
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Oscar Wilde tourt mit seinen Büchern durch den Wilden Westen und hält
Lesungen. Ihm folgen eine Reihe von verschiedenen, teilweise skurrilen
Personen (unter anderem sein Manager und ein Journalist). Plötzlich werden
Frauen in den Orten getötet, die Wilde und seine Mitreisenden besucht
haben. So fällt der Verdacht auf Oscar und seine Begleiter, die sich nun
gegenseitig als Mörder verdächtigen.
Das Buch ist mein erstes von Walter
Satterthwait und äußerlich nett aufgemacht mit einem schönen Cover. Bereits im Prolog steigt
der Leser direkt in die Geschichte ein - es wird die erste Frau ermordet.
Zunächst wird keine Beziehung zwischen dem Mord, Oscar Wilde und seinen
Begleiter hergestellt, so dass Satterthwait in Ruhe die einzelnen Personen
vorstellen kann. Dies geschieht auf unterhaltsame Art und Weise, ohne zu
langweilen.
Eine Stärke des Buches
sind die gewitzten Kommentare Wildes zu den anderen Figuren. Diese äußert
er allerdings meistens nicht laut, so dass sie nur dem Leser zugänglich sind. Das
Krimi-Element des Buches war für mich eher uninteressant - vielmehr lebt
die Geschichte vom Humor des Autors bzw. Oscar Wildes. Ungefähr in der Mitte
der Geschichte hat das Buch ein kurzen Hänger, da in dieser Phase Oscar
Wilde der Humor verloren geht. Da er unter Mordverdacht steht, ist dies
erklärbar und logisch. Allerdings lebt das Buch eben von Wildes Humor, so
dass ich diese Phase eher als Länge empfand. Die Auflösung des Krimis
schließlich ist logisch, aber nicht originell. Da der Krimi für mich
jedoch nicht im Vordergrund stand, fand ich dies nicht weiter schlimm.
Fazit: Mit hat das Buch
sehr gut gefallen, da der subtile Humor wirklich klasse ist. Für eine
Spitzennote hätte der Krimiplot allerdings origineller sein müssen.
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