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Elantris (2)


 



492 Seiten (HC), Tor Fantasy
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):


 

"Prince Raoden of Arelon awoke early that morning,
completely unaware that he had been damned for all eternity."

Inhalt:
Bis vor zehn Jahren wurde Elantris - die Hauptstadt Arelons - von Menschen bewohnt, die durch das "Shaod" in magiebegabte, gottähnliche Wesen verwandelt worden waren. Doch die Magie verschwand urplötzlich und Elantris begann zu verfallen, seine Einwohner degenerierten zu kraftlosen Schatten ihrer selbst. Prinzessin Sarene von Teod reist zehn Jahre nach dem Fall von Elantris nach Kae, der neuen Hauptstadt des Reiches unmittelbar neben den Überbleibseln von Elantris gelegen. Eine Hochzeit mit Kronprinz Raoden soll ihre Heimat Teod mit dem Reich Arelon gegen die religiösen Imperialisten von Fjordell vereinigen.

Doch als Sarene in Kae eintrifft, wird ihr der unerwartete Tod des Verlobten mitgeteilt. Sarene verstrickt sich daraufhin in einen Konflikt gegen einen Hochpriester der Fjordell, Hrathen. Während die Prinzessin für die Freiheit Teods und Arelons kämpft, strebt dieser die Konvertierung der örtlichen Bevölkerung zu seiner Religion an, um den fjordellschen Streitkräften die feindliche Übernahme des Reiches zu erleichtern. In der Zwischenzeit kennt kaum jemand die Wahrheit über das wahre Schicksal Prinz Raodens: Durch das "Shaod" wurde auch er in einen Elantrianer verwandelt und versucht nun, seine Leidensgenossen in der verfallenen Stadt zu vereinen.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Dass "Elantris" Sandersons Erstveröffentlichung ist, hat mich wirklich überrascht. Wenn dieser Mann bereits bei seiner ersten Publikation so ausgereift und ideenreich schreibt, dann bin ich auf seine weiteren Bücher gespannt. Elantris ist eine komplexe, originelle Geschichte, die vor allem durch ihre Protagonisten besticht und zunächst in drei parallelen Handlungsfäden erzählt wird. Einen davon bestreitet Prinz Raoden, der durch das Shaod in einen Elantrier verwandelt wurde. Noch vor zehn Jahren war dies eine große Ehre und die Elantrier lebten wie gottähnliche Wesen in einer Stadt von fast überirdischer Schönheit. Doch nun ist Elantris verfallen und seine Bewohner vegetieren zwischen Leben und Tod dahin. Was den Prinzen so sympathisch - und die Geschichte so spannend - macht, sind sein Überlebenswille und Ideenreichtum.

Während Raoden für ein besseres Leben im Elend der verrotteten Stadt kämpft, erwartet seine Verlobte eine unangenehme Überraschung. Als Sarene, Prinzessin von Teod, in der Heimat des Prinzen eintrifft, wird ihr das Ableben ihres Zukünftigen mitgeteilt und sie sieht sich an einem ihr fremden Königshof gestrandet. Doch die intelligente junge Frau verzweifelt nicht etwa, sondern sieht in ihrer Situation eine spannende Herausforderung: Sarene liebt die Politik und den intrigenreichen Hof ihres Schwiegervaters (das Ableben ihres Verlobten machte die Ehe trotzdem gültig) sieht sie als ideale Stätte, ihre Leidenschaft auszuleben. Ebenso wie Raoden ist die Prinzessin eine starke Persönlichkeit und vor allem ihre Konfrontationen mit der dritten Hauptperson in "Elantris" - dem Gyorn Hrathen - gehören zu den besten Stellen des Buches, denn die beiden kämpfen nicht mit Waffen, sondern mit Worten.

Insgesamt stellt "Elantris" eine komplexe Geschichte mit vielen wundervollen Charakteren dar. Das Spannungsniveau ist gleich bleibend, der Schluss befriedigend, wenn sich auch die letzten Seiten ein wenig ziehen und hier eine Straffung nicht geschadet hätte. Die Politik am Königshof spielt ein große Rolle, doch die Entwicklung Raodens in Elantris stellt einen schönen Ausgleich hierzu dar. Immer wieder überrascht der Autor mit kleinen Offenbarungen oder witzigen Einlagen. Ein rundes Leseerlebnis abseits des Fantasy-Einheitsbreis das ich aus vollem Herzen empfehlen kann!

Zur englischen Ausgabe:
Einfach bis mittelschwer, für geübte Leser kein Problem, aber auf für Anfänger einen Versuch wert.

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