Willkommen auf Buchstaben-Salat.de!
Informationen und Meinungen rund um Bücher.

Home         Blog          Einkaufstimer          FAQ         Rezensionen          Serien          Forum          Links

Autoren-Infos
Bibliographien
Gerüchteküche

Interviews

Besucher-Input
Besucher-Rezis
Gästebuch
Kontakt

Leserunden
Umfragen

Extras
Bücherrätsel
Sonderberichte
Diverses

 

Partner


booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

eBay

 

 

Mary Doria Russell


Amazon

Sperling
The Sparrow


651 Seiten (TB), Heyne Verlag
Genre: Science Fiction

Bewertung (1-10):

"Am 7. Dezember 2059 wurde Emilio Sandoz mitten in der Nacht aus der Intensivstation des Salvator-Mundi-Krankenhauses entlassen und in einem Brotlieferwagen zur Jesuiten-Residenz gebracht: Borgo Santo Spìritio Nr. 5, vom Vatikan wenige Minuten über den Petersplatz entfertn."

Inhalt:
Als im 21. Jahrhundert zum ersten Mal die Gesänge einer außerirdischen Zivilisation empfangen werden, ist es ausgerechnet die Gesellschaft Jesu, die das erste Raumschiff startet - getreu der Tradition, neu entdeckte Kulturen zu erforschen und zu missionieren. Wie durch Gottes Fügung findet sich eine Gruppe Jesuiten und Wissenschaftler zusammen und macht sich auf den Weg zu den "anderen Kindern Gottes" - während die UNO noch über das Budget debattiert. Auf einer Welt, die seltsam vertraut scheint, werden sie zunächst gastfreundlich empfangen. Doch überleben und zurückkehren wird nur einer: Pater Emilio Sandoz, verstümmelt an Leib und Seele, berichtet unter entsetzlichen Qualen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Sperling ist eines der wenigen Science-Fiction-Bücher, die ich bisher gelesen habe und hat meine Erwartungen an dieses Genre nicht erfüllt. Das ist aber beileibe kein Kritikpunkt, sondern es hat sich nur als ganz anders herausgestellt, als ich erwartet habe. Keine Weltraumschlachten oder strahlende Helden, sondern eine kleine, sympathische Gemeinschaft, bestehend aus (zum Teil jesuitischen) Wissenschaftlern, die sich aufmacht, den Ursprung geheimnisvoller, aus dem Weltraum kommender Gesänge aufzuspüren.

Stilistisch gesehen forderte das Buch auf den ersten 200 Seiten von mir einiges an Konzentration, denn es handelt - meist kapitelweise abwechselnd - in der Gegenwart nach der Expedition, erklärt aber in einem zweiten Handlungsstrang auch das Zusammenkommen der Expeditionsgruppe und deren Reise. Die vielen Namen, außerdem die mir bisher unbekannte Struktur innerhalb eines Jesuitenordens trugen dazu bei, dass mir zunächst ein wenig der Überblick fehlte. Nach und nach legte sich meine Verwirrung und ich konnte restlos eintauchen in eine spannende, teilweise fröhliche, aber auch bedrückende Geschichte.

Bedrückend vor allem, weil von Anfang an klar ist, dass nur ein einziger von der Expedition zu der außerirdischen Zivilisation zurück kehrt. Und weil Russell wirklich viel Zeit dafür aufbringt, die meisten der teilnehmenden Personen genau vorzustellen und sie mir äußerst sympathisch erscheinen zu lassen. Glücklicherweise tut sie dies auf unterhaltsame Art, die stets vom intelligenten Humor der Protagonisten dominiert wurde, so dass keine Langeweile aufkam

Das Ende des Buches ließ mich recht nachdenklich zurück, vor allem was das Thema geistige Prostitution (hierzu gibt die Autorin eine Antwort im Interview auf Literaturschock.de) oder die Gesellschaft auf Rakhat angeht. Auch das großzügig behandelte Thema der Linguistik und Spracherlernung hat mir in seiner schlüssigen Aufbereitung gut gefallen. Abschließend kann ich sagen, dass ich "Sperling" jedem nur empfehlen kann, der auch mit Büchern ohne große "Action" etwas anfangen kann, sich für Geschichten, die vor allem von ihren Charakteren leben, interessiert und nebenbei auch noch offen ist für ungewöhnliche Ideen und Konzeptionen.

Kontakt                                           Impressum                                               top