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Joanne K. Rowling


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Harry Potter und der Halbblut-Prinz
H.P. and the Halfblood-Prince


Teil 6, Harry-Potter-Reihe
656 Seiten (HC), Carlsen Verlag
Genre: Allgemeine Fantasy

Bewertung (1-10):

 

"It was nearing midnight and the Prime Minister was sitting alone in his office, reading a long memo that was slipping through his brain without leaving the slightest trace of meaning behing."

Inhalt:
Während Harry Potter in seinem Schlafzimmer im Hause der Dursleys im Privet Drive einem Besuch Dumbledores entgegenfiebert, wabert ein für den Hochsommer ungewöhnlicher Nebel durch die Straßen. Seinen Schuldirektor hat Harry zum letzten Mal gesehen, als sich dieser ein Duell mit seinem Widersacher Lord Voldemort lieferte - und Harry kann es einfach nicht glauben, dass Dumbledore ihn bei seinen lieblosen Pflegeeltern besuchen wird. Was ist so wichtig, dass es nicht bis zur Rückkehr Harrys nach Hogwarts warten kann?

Buchstaben-Salat-Rezension:
Klappe, die vorletzte. Das Ende rückt näher - und damit ist nicht nur das sechste Schuljahr Harry Potters auf der Zaubererschule Hogwarts gemeint, sondern auch die unausweichliche Konfrontation mit seinem großen Widersacher Lord Voldemort. Und genau hierauf bereitet Joanne K. Rowling sowohl ihren jungen Helden, als auch ihre Leser vor. Der sechste Band unterscheidet sich noch mehr als der fünfte von den anfänglichen Abenteuern des jungen Harrys. Es herrscht Krieg im Reich der Zauberer und Hexen, deren Leben in einer Atmosphäre ständiger Bedrohung abläuft, unterbrochen von gelegentlichen Mord- und mysteriösen Zwischenfällen. Sogar die Welt der Muggel wird beeinträchtigt, was bereits im ersten Kapitel von "Harry Potter und der Halbblutprinz" klar wird.

Im sechsten Band erhält der Leser so viele Informationen über die Hintergrundgeschichte Lord Voldemorts und Harrys Bestimmung, wie in allen fünf vorangegangenen Bänden zusammen. Was sich ansonsten immer auf den letzten Seiten offenbarte, wird im neuen Buch über einen ganzen Band ausgebreitet. Rowling fügt hierdurch viele Puzzelteile zusammen, lässt jedoch noch ausreichend Fragen offen, um dem abschließenden siebten Band nicht die Spannung zu nehmen. Und versorgt Harry zugleich mit allem, was er wissen muss, um seinem großen Widersacher entgegentreten zu können. Natürlich spielt auch der Alltag in Hogwarts eine Rolle, doch Unterricht und Quidditch treten etwas in den Hintergrund, die großen Themen sind die erste Liebe der mittlerweile arg pubertierenden jungen Zauberer und Hexen der sechsten Klasse sowie die Geschehnisse im Aufenthaltsraum der Gryffindors - ein Großteil der Handlung wird aus den Klassenräumen hierhin verlegt.

Ein weiteres Geheimnis zieht sich durch den ganzen Band und wird erst gegen Ende aufgedeckt: Wer ist der mysteriöse Halbblutprinz, dessen Identität zu wilden Spekulationen anregt? Diese und weitere Fragen wirft Rowling schon recht zu Beginn des sechsten Bandes auf und hält ihre Leser bei der Stange. Liebevoll gestaltete Details, wie man sie vor allem in den ersten Bänden der Reihe gefunden hat, werden weniger, auch Quidditch und der Wettstreit der Häuser untereinander geraten in den Hintergrund. Doch all dies gehört zu einer Entwicklung, die sich bei einer solchen Reihe ganz zwangsläufig ergeben musste. Die Stimmung wird düsterer, die Figuren älter und die Bedrohung wächst. Da rücken Flubberwürmer oder Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen einfach in den Hintergrund. Das nette, phantasievolle Märchen hat sich schließlich in eine spannende, komplexe Geschichte verwandelt, deren Fäden sich nach und nach aufzulösen beginnen.

Insgesamt erinnert mich der sechste Band stark an den fünften. Der Kampf zwischen Gut und Böse vertreibt den Schulalltag von Hogwarts immer mehr, obwohl auch hier Freundschaft, erste Liebe und allerlei Scherze nicht ganz außer Acht gelassen werden. Letztendlich aber läuft die Handlung auf einen großen Showdown hinaus, indem einmal mehr Harry Potter mit dem Bösen konfrontiert wird.

Zur englischen Ausgabe:
Sprachlich komplexer als die Vorgänger und schon allein aufgrund seiner Länge eher abschreckend für Einsteiger. Wer keine Probleme mit Band 1 und 2 der Reihe hatte, sollte sich aber ruhig an diesem Buch versuchen!

Drei-Minuten-Rezi von Stefan, 29. Juli 2005

Teil sechs beginnt mit einem Knaller, den ich persönlich nicht für möglich gehalten habe. Aber alles ist möglich in Harry Potters Welt. Die einst so fast unbeschwerte Zeit, die Harry mit seinen Freunden in Hogwarts verbringen durfte, schwand unwiederbringlich mit der Auferstehung Lord Voldemorts dahin. Es herrscht offener Krieg in der Zaubererwelt. Leute verschwinden oder werden im Kampf getötet. Die Grenzen zwischen gut und böse verschwimmen.

Nach Harrys Sommeraufenthalt bei den Dursleys erlebt er die letzten glücklichen Tage im Fuchsbau bevor er in die Zaubererschule zurückkehrt und gleich eine faustdicke Überraschung erlebt. Innerlich vom pubertierenden Halbwüchsigen zum fast Erwachsenen gereift, bleibt ihm seine Dickköpfigkeit, seine Streitlust und vor allem sein Mut. Er wird all das brauchen, denn Schulleiter Albus Dumbledore weiht ihn in Privatstunden in die Geheimnisse Tom Riddles ein und wie er möglicherweise zu besiegen wäre. Bis zum Ende verschleiert JKR geschickt die Identität des Halbblutprinzen nur um uns und Harry gleich ein neues Rätsel aufzugeben. Harry muss nun die Aufgabe erledigen, für die er auserwählt wurde. Mut und Hass werden seine stärkste Motivation sein.

JKR steuert unaufhaltsam dem Höhepunkt der Serie zu. Was einstmals als Kinderbuch begann, in dem zauberhafte Dinge geschahen, witzige Dialoge und skurrile Charaktere vorherrschten und das Grauen nur in kleinen Dosen verabreicht wurde, hat sich der sechste Band der Saga um Harry und den dunklen Lord nun zu einem wahren Fantasy-Thriller entwickelt, den man Kindern nicht als Gutenachtgeschichte vorlesen sollte. Natürlich bleiben diese Romane nicht nur im Gedächtnis wegen ihrer unglaublich spannenden Geschichte. Joanne K. Rowling vermittelt ein zutiefst humanistisches Gedankengut und das ist es, was mich am meisten anspricht. Liebe besiegt Hass, Vertrauen kann manchmal bis in den Tod währen; Freundschaft und der Mut, füreinander einzustehen, sind die wichtigsten Dinge im Leben.

Ich für meinen Teil finde es grausam, noch ein bis zwei Jahre warten zu müssen, bis wir wissen, wer am Ende siegt. Es kann nur einen geben, das ist klar. Aber vielleicht hält Joanne auch hier noch ein paar Überraschungen für uns bereit.

 
Drei-Minuten-Rezension von Silke S., 14. Dezember 2005
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung:

Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist ein Blickfang. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.

Passt Cover zum Inhalt: ja
Erzählperspektive:

Auktorialer Erzähler (Erzähler ist allwissend, kommentiert, deutet an, blendet vor und zurück im Geschehen).

Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen.
Plot: Abgefahren. Teilweise sehr verrückte und absurde Geschehnisse.
Figuren: Vielschichtig und interessant. Sympathisch und mitreißend.
Setting:

Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Verrückt, aber glaubwürdig. Auch wenn nicht alles realistisch wirkt, nimmt man die Utopie doch ab.

Lesefluss:

Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen.
Konstant. Gleich bleibendes, normales Spannungsniveau. Ansteigende Spannung. Spannungsbogen kulminiert in furiosem Finale. Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Sprache:

Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen. Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.

Zusatzmaterial: nicht vorhanden
Stärken: Plot (Geschichte), Charakterzeichnung, Setting (Umwelt, in der die Handlung spielt), Lesefluss
Schwächen: keine
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