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Tilman Röhrig


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Wir sind das Salz von Florenz




896 Seiten (TB), Lübbe Verlag
Genre: Historischer Roman

Besucherrezi vorhanden

 

"Sturzbäche waren in den frühen Morgenstunden über Florenz hereingebrochen."

Inhalt:
Florenz im Mai 1470. Ein Mann wird zum Schafott geführt. In der johlenden Menge stehen zwei junge, reich gekleidete Edelleute. Es sind Lorenzo de' Medici und sein Bruder Giuliano. Sie sind die ungekrönten Fürsten der Stadt, und sie genießen ihr Leben, ihren Reichtum und die neue Zeit der Kunst, Philosophie und Wissenschaft, die sich rings umher entfaltet.

Wenige Tagreisen weiter nördlich, in Ferrara, steht ein junger Student namens Girolamo Savonarola über sein Schreibpult gebeugt. Er ist unsterblich verliebt in Laodomia, die Tochter des Patriziers Strozzi. Als das Mädchen ihn zurückweist, beschließt er, der sündigen Welt den Rücken zu kehren und in ein Kloster zu gehen. Laodomia Strozzi dagegen zieht es nach Florenz, wo sie ihr Glück zu finden hofft. Verstrickt in ein Netz politischer Intrigen, wird sie zur Frau, zur Witwe, zur Geliebten. Aber Laodomia will sich von niemandem vorschreiben lassen, wie sie ihr Leben zu führen hat. Auch nicht von dem neuen Prediger von San Marco, Fra Girolamo. Aus dem gehemmten Mönch von einst ist ein glühender Prophet geworden. Er geißelt die Verwilderung der Sitten; selbst gegen Lorenzo den Prächtigen erhebt er die Faust. Sonntag für Sonntag strömen mehr Leute zum Dom, um seine Predigt zu hören. Sein Ziel ist es, in der Stadt das Königreich Christi zu errichten. Auf dem Scheiterhaufen der Eitelkeiten will er alle Todsünden dem Feuer übergeben.

Und das Volk von Florenz folgt seinem Ruf, während im fernen Rom der Papst schweigt und auf seine Stunde wartet. In dem großen Bilderreigen einer bewegten Zeit lässt Tilman Röhrig das dramatische 15. Jahrhundert lebendig werden, mit überraschenden und bisweilen erschreckenden Parallelen zu unserer Gegenwart.

Drei-Minuten-Rezi von Stefan Schmidt, 21. Oktober 2004
Rezensiert wurde die Taschenbuch-Ausgabe.
 
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen.
Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke.
Das Cover ist ein Blickfang.
Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passende Zeichnungen zu jedem Kapitelanfang.
Passt Cover zum Inhalt: ja
Erzählperspektive: Personaler Erzähler (erzählt aus Perspektive der handelnden Person, kann z.B. absatz- oder Kapitelweise wechseln) - gelingt dem Autor hervorragend.
Einstieg in die Geschichte: Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern.
Der Einstieg ist sensationell gut und hält das Niveau bis zum Schluss.
Plot: Das Buch beschreibt wahre Begebenheiten und kommt ohne historische Schnitzer aus.
Figuren: Vielschichtig und interessant.
Sympathisch und mitreißend.
Düster und deprimierend.
Nachvollziehbar in ihren Motiven.
Stets authentisch in Gefühlen und Handlungen.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Gut recherchiert. Der Autor hat viel Zeit in Hintergrundrecherche investiert.
Blendende Recherche und brillante sprachliche Umsetzung.
Lesefluss: Konstant. Gleich bleibendes, normales Spannungsniveau.
Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sprache: Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen.
Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.
Zusatzmaterial: Kartenmaterial (Landkarte, Stadtplan etc.) Personenregister Abbildungen / Grafiken
Stärken: Erzählperspektive
Plot (Geschichte)
Charakterzeichnung
Setting
Lesefluss
Schwächen: keine
Abschließende Bemerkungen: "Wir sind das Salz von Florenz" ist ein umwerfender Beitrag an alle Geschichtsmuffel. Hier macht Lernen Spaß und auch für mit der Materie Vertraute schafft es Röhrig, die historischen Figuren zum Leben zu erwecken.
 

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