Buchstaben-Salat-Rezension:
So gegensätzlich wie
die Feuer- und Wassermagie, die es auf der Insel Sileria gibt, so
unterschiedlich sind auch die Menschen, die auf ihr Leben: Die einen
frei und mächtig, die anderen unterdrückt und oft halb verhungert.
Denn Sileria ist vor
zweihundert Jahren von den Valdani erobert worden,
ein Volk, das erbarmungslos einen Eroberungsfeldzug nach dem anderen
führt und die unterworfenen Länder zu seinem Vorteil ausbeutet. Doch
nun regt sich Widerstand unter den silerianischen Bergvölkern und
ein Mann schafft es, sein durch Fehden zerrissenes Volk zu einen und
gegen die Besatzungsmacht anzugehen.
Rund um den einst einfachen
Bergbauern Josarian scharen sich nach und nach die verschiedensten
Charaktere, um für die Freiheit ihres Landes zu kämpfen - jeder mit
seinen eigenen Mitteln und Kräften. Da ist z.B. Mirabar, eine junge
Frau unbekannter Herkunft mit feuerroten Haaren und Augen, die über
mächtige Feuermagie verfügt und seit Monaten von Visionen über den
Befreier Silerias geplagt wird. Die Adelige Elelar kämpft nicht mit
Magie, sondern mit Intelligenz und ihrem schönen Körper um ihr Land.
Zu diesen beiden Frauen gesellen sich im Laufe der Geschichte
unzählige weitere Figuren, von denen manche ihren Weg erst noch
finden müssen.
Laura Resnick erzählt die Geschichte
der Rebellion um Sileria in einem hohen Tempo und ohne großen
Spannungsabfall. Allerdings sind Silerianer und Valdaner zwei
blutrünstige Völkchen, die weder Freund noch Feind schonen, wenn es
die Situation erfordert. Zart besaitete Leser sollten daher eher von
diesem Buch absehen. Mich hat dies zwar weniger gestört, dafür hatte
ich mit einer bestimmten Eigenart der Autorin ein paar Probleme:
Resnick lässt ihre Figuren oft seitenweise vor sich hinbrüten, ihre
Motive hinterfragen oder bestimmte Situationen noch einmal
überdenken. Das ist an sich keine schlechte Sache, da es einer
Geschichte Tiefe verleiht und vermeidet, von einer Actionszene zur
nächsten zu springen. Doch meiner Meinung nach hat die Autorin es
etwas damit übertrieben - etwas weniger Reflexion, dafür mehr
Dialoge hätten der Geschichte sicherlich nicht geschadet.
Ein Wort noch zu den vielen
fremdartigen Begriffen wie "shallaheen", "shatai" oder "torena": In
meiner englischen Originalausgabe wäre ein Glossar sicherlich von
großem Nutzen gewesen, denn meist wurden die Begriffe nur einmal
erklärt und dann wie selbstverständlich weiter benutzt - für mich
war es anfangs nicht leicht, die verschiedenen Bezeichnungen
auseinander zu halten.
Alles in allem stellen "Feuerbringer"
und "Flammenherz" eine (fast) abgerundete, spannende Geschichte von
einem Volk, das mit allen Mitteln und großen Opfern um seine
Freiheit kämpft, dar. Das Ende ist relativ abgeschlossen, dennoch
bleiben genügend Handlungsfäden unvollendet, die erst in der
Fortsetzung zu einem Ende gebracht werden.