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Kathy Reichs


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Tote lügen nicht
Déja  dead
(2)


Teil 1, Tempe-Brennan-Reihe

537 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Medical Thriller

Bewertung (1-10):

"I wasn't thinking about the man who'd blown himself up."

Inhalt:
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im gerichtsmedizinischen Institut wird die Anthropologin Tempe Brenan immer dann zu Rate gezogen, wenn die Mordkommission mit ihrem Latein am Ende ist. So auch in diesem Fall: Die Leiche der 23jährigen Isabelle Cagnon, die zerstückelt in Müllsäcken aufgefunden wird, gibt Rätsel auf. Schnell entdeckt Tempe Parallelen zu einem ein Jahr zurückliegenden Mord an einer jungen Frau, was in ihr den Verdacht auf Serienmord aufkommen lässt. Doch Detective Luc Claudel glaubt ihrer Theorie nicht. Durch Nachforschungen auf eigene Faust macht sich Tempe nicht nur Claudel zum Feind, sondern provoziert auch die Wut des Killers. Sie, ihre Freundin Gabby sowie ihre Tochter Katy geraten in tödliche Gefahr.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Kay Scarpetta bekommt Gesellschaft - in Form von Tempe Brennan, die wie Scarpetta ebenfalls Gerichtsmedizinerin ist, ebenfalls eine Neigung dazu hat, Fälle auch über den Obduktionstisch hinaus zu verfolgen und sich - ebenfalls - in persönliche Gefahr zu bringen.

Der erste Roman einer mittlerweile sechsteiligen Reihe um die Amerikanerin in Montréal kommt leider nur schwer in die Gänge. Zu ausführlich und langatmig ist vor allem die erste Hälfte des über 500 Seiten starken Medical Thrillers. Was mich ein wenig gestört hat, sind die offensichtlichen Parallelen zur "berühmten" Kollegin Scarpetta: Beide Frauen müssen sich in einer Männerwelt behaupten, sind dadurch mehr oder weniger verbittert. Und sowohl Scarpetta, als auch Brennan sind geschieden, die eine hat engen Kontakt zu ihrer Nichte Lucie, während die andere Tochter Katy hat. Wie auch Scarpetta unternimmt Brennan Ermittlungen auf eigene Faust und muss ihre Kollegen von der Polizei erst von ihrer eigenen Theorie überzeugen.

Am meisten genervt hat mich allerdings die Tatsache, dass auch Kathy Reichs auf denselben Zug aufgesprungen ist, in dem mittlerweile viele Thriller-Autoren sitzen: Am Ende hat der Killer natürlich die Hauptperson im Visier und es kommt zum finalen Showdown in der Wohnung derselben. Welchen diese natürlich überlebt, denn sonst wäre es ja keine Serie. Wieso kann kein Thriller enden, ohne dieses eher ausgelutschte Ende zu bemühen? Fällt den Autoren heutzutage nichts originelleres mehr ein? Oder wollen Leser so etwas lesen? Ich habe jedenfalls so meine Probleme damit - vor allem weil der Klappentext eben dieses Ende bereits vollmundig ankündigt.

Soviel zu den Schwächen und Ärgernissen des Romans. Natürlich gab es auch gute Momente und ich möchte auch nicht vergessen, dass "Tote lügen nicht" der erste Teil einer Reihe ist und der Autorin eine Steigerung zutrauen. Anerkennen muss man auch die Sorgfalt, mit der Reichs vor allem die gerichtsmedizinische Arbeit beschreibt. Mit diesen Beschreibungen und auch den vielen spannenden Momenten - viele Kapitel enden mit einem Cliffhanger, der jedoch im folgenden sofort aufgelöst wird - schaffte sie es, mich bei der Stange zu halten.

Fazit: Frau Reichs hat zwar das Rad nicht neu erfunden und der erste Teil ihrer Serie leidet an einigen Kinderkrankheiten, dennoch ist ihr ein Stück spannende Unterhaltung gelungen.

Zur englischen Ausgabe:
Für geübte Leser kein Problem (noch weniger, wenn man schon "pathologische" Erfahrung hat, z.B. durch die Bücher von Patricia Cornwell) - die französischen Ausdrücke sind in diesem Buch eher selten gesät, da es zu großen Teilen nicht in Montréal spielt. Dafür besteht allerdings Akronym-Alarm, denn die vielen Abkürzungen wären sicherlich schon in der deutschen Übersetzung nur schwer auseinander zu halten.

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