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"Der Nachthimmel, der ganz frei von Wolken war, wies in der Ferne, über
Ostberlin, schon einen hellen Schimmer auf, als Frank Lehmann, den sie
neuerdings nur noch Herrn Lehmann nannten, weil sich herumgesprochen hatte, dass
er bald dreißig Jahre alt werden würde,
quer über den Lausitzer Platz nach Hause ging." |
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Inhalt:
Der Wahlkreuzberger Lehmann ist noch keine dreißig, und er liebt sein ereignisloses Leben. Jahrelange Ausweichmanöver und heroische Trägheit haben ihn bisher erfolgreich vor den Ansprüchen seiner Umwelt verschont, bis das Jahr 1989 beginnt. Das Jahr der Wiedervereinigung stellt Herrn Lehmann auf eine harte Probe... |
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Buchstaben-Salat-Rezension:
Tja, wie bewertet man ein Buch, das einem stilistisch zwar gut gefallen hat,
dessen Protagonist aber eine unerträgliche Type ist? War Herr Lehmann in den
ersten paar Kapiteln noch unwiderstehlich komisch (das Telefonat mit seiner
Mutter ist ein Highlight des Buches), so ging mir der Endzwanziger mit seinem
bierseeligen und reichlich trantütigen Lebensstil nach einiger Zeit einfach zu
sehr auf die Nerven, als dass ich noch Regeners an sich scharfsinnige Art, das
Umfeld seines Protragonisten zu beschreiben, ausreichend würdigen konnte. Ich
mochte Herrn Lehmann einfach nicht! Noch mochte ich seine Freunde, die ähnlich
wie er, ihr Leben mit dem Abhängen in Kneipen und Diskutieren unsinniger Dinge
verplempern.
So hat sich
mir leider der intendierte Witz zwar erschlossen, doch darüber lachen konnte ich
meistens nicht. Regener gelingt es zwar vortrefflich, mit Herrn Lehmann einen
Mann zu schildern, der so langsam seine Twen-Zeit hinter sich lässt und noch
immer keinen Plan vom Leben hat. Doch hat mich sein von Kneipenhockerei und
Trägheit erfülltes Leben so genervt, dass ich einfach keine Energie mehr dazu
aufbringen konnte, über ihn zu lachen. Die Geschichten wurden immer nerviger und
nur kurz unterbrochen vom Auftauchen der Eltern in Berlin (ein kleiner
Lichtblick) und der Reise in den Osten (ein großer Lichtblick), doch gerade das
Ende zog sich ewig hin und kam zu keinem befriedigenden Abschluss.
Alles in allem: Ja, ich habe die Botschaft des
Buches verstanden - aber dennoch muss ich ja nicht alles komisch finden, auch
wenn ich damit wohl nicht mit Hellmuth Karasek und Marcel Reich-Ranicki, die "schallend gelacht" haben über dieses "kleine Wunder", konform gehen. |
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