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Terry Pratchett


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Ab die Post
Going Postal (3)


Ein Scheibenwelt-Roman
(HC), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Funny Fantasy

Bewertung (1-10):


 

"The say that the prospect of being hanged in the morning concentrates a man's mind wonderfully; unfortunately, what the mind inevitably concentrates on is that it is in a body that, in the morning, is going to be hanged."

Inhalt:
Der Betrüger Moist von Lipwig sieht sich schier unüberwindbaren Herausforderungen gegenüber: Vor die Wahl gestellt, mit dem Tod oder der Stelle als Postvorsteher von Ankh-Morpork bestraft zu werden, entscheidet sich Moist beherzt für die Leitung des Postamtes – was Furcht erregender ist als der Tod. Das Postamt quillt über vor Briefen, die seit Jahrzehnten nicht zugestellt wurden und von denen ein Großteil unter einer dicken Schicht Tauben-Guano verschwunden ist. Ein Grabmal des lebendigen Wortes, beginnt das verwahrloste Postamt langsam auch Raum und Zeit zu beeinflussen, und Moist ist der Einzige, der dem sich ausbreitenden Verfall Einhalt gebieten kann...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Nepper, Schlepper, Bauernfänger - sie werden in Ankh-Morpork entweder Patrizier oder von eben diesem zum Galgen verurteilt. So auch Alfred Spangler alias Moist von Lipwig, der dem Todesurteil nur um Haaresbreite entkommt, um sich kurz darauf als Postmeister von Ankh-Morpork wiederzufinden. Kein einfacher Job, denn jahrzehntelang war das Postamt geschlossen und nun quillt es so über vor unzugestellten Briefen. Doch Moist fühlt sich der Herausforderung nach anfänglichen Fluchtversuchen allmählich gewachsen, ja er treibt diese mit dem ihm eigenen Mut zum Risiko in schwindelnde Höhen.

Wieder einmal nimmt Pratchett ein Element des gesellschaftlichen Lebens aufs Korn: Nach Musik (Rollende Steine), Oper (Mummenschanz) und Zeitungswesen (Die volle Wahrheit) bekommen nun altmodische und moderne Kommunikationsmittel ihr Fett weg. In Ankh-Morpork tobt nach der Neugeburt der Post durch Lipwig ein Konkurrenzkampf zwischen Alt und Neu, d.h. zwischen Post und den Semaphoren. Letztere sind so etwas wie Telegraphentürme, die blitzschnell Botschaften über große Strecken übermitteln können und der althergebrachten - und in Ankh-Morpork sowieso daniederliegenden - Post den Rang ablaufen. Doch die moderne Technik hat ihre Tücken und ein profitgieriges Konsortium achtet mehr auf Geld, denn Instandhaltung und die besorgten Worte eines Chefingenieurs. Und so bekommt Moist die Chance, als David gegen Goliath anzutreten - mit nicht geringen Siegeschancen.

Mit gewohntem Wortwitz, alten und neuen Figuren plätschert "Ab die Post" vor sich hin, ein paar Längen bremsen die ansonsten originelle Geschichte leider etwas ab. Für die Höchstnote hat das Buch meiner Meinung nach nicht das Zeug, dafür enthält es viele nette Ideen und ist eine gelungene Persiflage auf die moderne Kommunikation.

Zur englischen Ausgabe:
Wie bei jedem Pratchett-Buch ist auch hier der Wortwitz wesentliches Element des Lesevergnügens. Wenn auch für Nicht-Muttersprachler nicht immer verständlich, so doch für geübte Englisch-Leser einen Versuch wert.

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