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James Patterson


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Vor aller Augen
The Big Bad Wolf
(1)


Teil 9, Alex-Cross-Reihe
320 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Psycho Thriller

Bewertung (1-10):

"There was an improbable murder story told about the Wolf that had made its way into police lore, and then spread quickly from Washington to New York to London and to Moscow."

Inhalt:
Es geschieht vor aller Augen, in Supermärkten, auf Parkplätzen, in ihren Häusern: Scheinbar wahllos werden unbescholtene Männer und Frauen entführt. Die Opfer bleiben spurlos verschwunden. Der Kriminalpsychologe Alex Cross, der gerade erst seinen neuen Job beim FBI angetreten hat, befürchtet, dass er es mit einem außergewöhnlichen Fall von kaltblütigem Menschenhandel zu tun hat, bei dem die Opfer als "Sklaven" bestellt und gekauft werden. Alle Spuren führen zu einem Mann, dessen Kaltblütigkeit selbst hart gesottene Verbrecher fürchten. Man nennt ihn nur "den Wolf"...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Er kann's doch noch - nachdem mich die letzten beiden Teile der Alex-Cross-Reihe eher enttäuscht haben, ist "Vor aller Augen" eine recht positive Überraschung. Pattersons Bücher werden zwar tendenziell immer dünner und werden dafür in immer kürzeren Abständen auf den Markt geworfen, doch zum Glück kann man seinem neusten Streich nicht durchweg dieselben Vorwürfe machen, wie seinen letzten Büchern. Hier kamen mir die Geschichten nämlich künstlich in die Länge gezogen vor, vor allem durch viele private Details, die in wohl dosierten Mengen einen Charakter besser ausleuchten und dem Leser näher bringen können, im Übermaß aber eher stören. Bei mir hatte sich zuletzt der Eindruck festgesetzt, dass Patterson die Ideen für neue Fälle ausgingen und er die Handlungslöcher mit privaten Episoden zu stopfen versuchte.

Im vorliegenden Buch geschehen zwar auch private (und zudem recht wichtige) Dinge, doch ist vor allem der Fall rund um mysteriöse Entführungen attraktiver Frauen und die damit zusammenhängenden Machenschaften der russischen Mafia in den USA spannend und unterhaltsam. Cross ist frisch zum FBI gewechselt und vermittelt einen kurzen Einblick in die Schulungsmethoden von Quantico. Mit dem Wolf lacht er sich einen neuen Todfeind an - eine eindrucksvolle Ergänzung seiner mittlerweile nicht minder eindrucksvollen Sammlung. Dieser Punkt hat mich ein wenig gestört - immer böser, raffinierter und durchtriebener werden Cross Gegner und mir stellt sich unweigerlich die Frage, wo das noch hinführen soll? Fast könnte man sich fragen, ob der gemeine Serienmörder nicht mehr gut genug für Superhirn Cross ist...

Gegen Ende stören ein wenig die teilweise unglaubwürdigen Wendungen, die den Eindruck erwecken, nur vorhanden zu sein, weil sie nun einmal zum Grundrezept bzw. Standardrepertoire eines ordentlichen Thrillers gehören. Insgesamt ist der neuste Cross-Fall solide und spannende Unterhaltung, der zwar der gewisse Pfiff fehlt, der man sich aber als Alex-Cross-Fan einfach nicht entziehen kann.

Zur englischen Ausgabe:
Einfache Sprache, viele Dialoge - Anfängerniveau.

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