Buchstaben-Salat-Rezension:
Wieso Biff nicht in der Bibel auftaucht ist mir jetzt klar - das Buch der Bücher
würde in Richtung Unterhaltungsliteratur abdriften und Biff dem Sohn Gottes die
Show stehlen.
In dieser überhaupt nicht
ernst gemeinten Erzählung der Jugendjahre Jesu hat Christopher Moore ein
amüsantes, stellenweise urkomisches Buch geschrieben. Der Erzengel Raziel
erweckt Levi - den alle nur Biff nennen - von den Toten und versieht ihn mit der
Gabe der Zungen, einem Hotelzimmer in St. Louis, sowie Papier und Bleistift, um
die Bibel zu vervollständigen.
Anfang und Ende der Geschichte
lesen sich sehr flüssig und sind gleich bleibend unterhaltsam. Nur mit dem
mittleren Drittel des Buches hatte ich ein wenig Probleme, denn dort wurde die
Geschichte arg haarsträubend und nicht immer ganz nachvollziehbar. Die
Geschichte lebt vor allem vom lebenslustigen Biff, der gerne einmal die 10
Gebote anzweifelt (oder auch bricht) und der sich lustige Wortgefechte mit dem
aufstrebenden Sohn Gottes liefert. Dieser ist beileibe kein trockener,
ernsthafter junger Mann, sondern ebenfalls zu ein paar Schandtaten bereit. Und
für Dinge, die ihm sein göttlicher Auftrag dann doch strengstens verbieten - wie
z.B. Sex - hat er ja Biff, der ihm seine Erfahrungen aus erster Hand berichten
kann...
Aufgelockert
werden die ohnehin unterhaltsamen Episoden auf Josuas / Jesus Leben durch kurze
Unterbrechungen, in denen sich Biff aus dem Hotelzimmer heraus in die Geschichte
einschaltet und über die dortigen Geschehnisse berichtet. So erliegt
beispielsweise sein "Wachhund" Raziel immer mehr den Verlockungen der Neuzeit -
in Form von Seifenopern, Pizza und Wrestlingwettkämpfen. Leider werden diese
Zwischensequenzen gegen Ende des Buches seltener, was ich sehr schade
fand.
Alles in allem ein
amüsantes Buch, das man nicht zu ernst nehmen sollte und das mir eine
vergnügliche Vorweihnachtszeit bereitet hat. Und außerdem weiß ich jetzt, wer
den Sarkasmus erfunden hat...