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"Wenn ein
junger Lindwurmfestenbewohner ins lesereife Alter eintritt,
bekommt er von seinen Eltern einen sogenannten Dichtpaten
zugeordnet." |
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Inhalt:
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz
stirbt, hinterläßt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein
Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich
gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die
Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als
der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer
gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von
Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das
anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente
Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser
buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen
in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche
Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen
Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der
mysteriöse Schattenkönig herrscht. |
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Buchstaben-Salat-Rezension:
Der Unterschied zwischen einer x-beliebigen und einer von
Walter Moers ersonnenen Geschichte lässt sich bereits an einem Satz
veranschaulichen: "Dann wurde mir schwarz vor Augen." - kein
besonders origineller Satz und in einem normalen Buch wäre hier das
Kapitel zu Ende und ein neues beginnt. Bei Moers hingegen wird nicht
nur dem Helden plötzlich schwarz vor Augen, sondern auch dem Leser.
Moers setzt an dieser Stelle eine seiner wirkungsvollen und
originellen Veranschaulichungen ein, die mal in Form von Bildern,
größer oder kleiner werdender Schrift oder ganz einfach zwei
vollkommen schwarz gedruckten Seiten in seinen Geschichten
auftauchen. Erwarte das Unerwartete - dieses Motto gilt nicht nur
für die Handlung seines neusten Zamonien-Romanes, sondern auch für
die wunderbare Gestaltung seiner Bücher.
Sein neuster Streich
ist "Die Stadt der Träumenden Bücher" - ein Roman aus der Feder
Hildegunst von Mythenmetz, den Moers aus dem Zamonischen
"übertragen" hat. Bereits hier fängt der hintersinnige Witz des
Autors an und setzt sich gekonnt auf den folgenden 455 Seiten fort.
Wer die "Mythenmetzschen Abschweifungen" in "Ensel und Krete"
geliebt hat, kommt hier voll auf seine Kosten und wird ganz nebenbei
auch noch über den Ursprung seiner Intimfeindschaft mit dem
Literaturkritiker Laptantidel Latuda aufgeklärt. Die gerade mal 77
Jahre alte Großechse besucht Buchhaim - das Traumziel aller
Leseratten und angehenden Schriftsteller, denn hier dreht sich alles
ums geschriebene Wort. In der Stadt der Träumenden Bücher (wie
Buchhaim auch noch genannt wird) wird der bisher noch
unveröffentlichte Dichter in ein gefährliches Abenteuer
hineingezogen.
Bald wird er konfrontiert mit
brutalen Bücherjägern, unheimlichen Leuchtquallen, einäugigen
Buchlingen, Harpyren und Spinxxxen, lebenden Bücher und dem
geheimnisvollen Schattenkönig. Doch was jeden Bücherfreund
verstohlen aufseufzen lassen wird, sind die vielen phantastischen
Dinge, die es in Buchhaim rund um Geschichten, Autoren und Bücher zu
finden gibt - Moers Erfindungsgeist kennt keine Grenzen und läuft in
seinem neustem Werk auf Hochtouren. Man sollte sich allerdings auf
die vielen, oft absurden oder genialen Geistesblitzes einlassen
können - Vollblutrealisten werden kaum Spaß an der verrückten
Geschichte haben. "Die Stadt der Träumenden Bücher" ist ein Buch für
Träumer und Bücherliebhaber - bisher ist mir kein Buch begegnet, das
so verrückt und dennoch glaubwürdig die Lust am Lesen und an
Geschichten zu vermitteln weiß.
Insgesamt erzählt Walter Moers nicht
nur eine spannende Geschichte, sondern zeichnet die Traumstadt aller
Leseratten (zumindest, was den Teil an der Erdoberfläche angeht).
Wer sich auf ein wildes, vor Ideen überschäumendes Märchen einlassen
kann, hat mit diesem Buch die richtige Wahl getroffen.
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Drei-Minuten-Rezension von Leseratte, 12. Juli 2005 |
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Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
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Aufmachung: |
Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält
etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier.
Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist ein Blickfang. Normales
Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße. |
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Passt Cover zum Inhalt: |
ja |
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Erzählperspektive: |
Auktorialer Erzähler (Erzähler ist allwissend,
kommentiert, deutet an, blendet vor und zurück im Geschehen). |
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Einstieg in die Geschichte: |
Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich
Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern. |
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Plot: |
Wow-Effekt. Viele unerwartete Wendungen. |
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Figuren: |
Vielschichtig und interessant. |
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Setting: |
Gut recherchiert. Der Autor hat viel Zeit in
Hintergrund-recherche investiert. |
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Lesefluss: |
Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen. |
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Sprache: |
Originell und ungewöhnlich. Viele Eigenwort-Kreationen
des Autors. |
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Zusatzmaterial: |
Lesebändchen |
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Stärken: |
Plot (Geschichte), Charakterzeichnung, Setting (Umwelt, in
der die Handlung spielt) |
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Schwächen: |
Keine |
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