Willkommen auf Buchstaben-Salat.de!
Informationen und Meinungen rund um Bücher.

Home         Blog          Einkaufstimer          FAQ         Rezensionen          Serien          Forum          Links

Autoren-Infos
Bibliographien
Gerüchteküche

Interviews

Besucher-Input
Besucher-Rezis
Gästebuch
Kontakt

Leserunden
Umfragen

Extras
Bücherrätsel
Sonderberichte
Diverses

 

Partner


booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

eBay

 

 

China Miéville


Amazon

Die Narbe
The Scar
(3)


Welt von Bas-Lag
525 Seiten (TB), Lübbe Verlag
Genre: Science Fantasy

Bewertung (1-10):

 

"A mile below the lowest cloud, rock breaches water and the sea begins.
It hast been given many names. Each inlet and bay and stream has been classified as if it were a discrete."

Inhalt:
Dies ist die Geschichte einer Gefangenen und ihrer Reise an Bord eines Schiffes über die Weiten eines unglaublichen Ozeans. Es ist die Suche nach der Insel eines vergessenen Volkes, nach einem gigantischen Meereswesen und letztendlich nach einem mythischen Ort, einer massiven Wunde in der Welt, einer Quelle unvorstellbarer Macht und Gefahr: der Narbe...

Das Original "The Scar" wurde aufgeteilt in "Die Narbe" und "Leviathan".

Buchstaben-Salat-Rezension:
Ein typischer Miéville: Wortgewaltig, verrückt und spannend. Zeitlich kurz nach Perdido Street Station angesiedelt, erzählt "Die Narbe" die Geschichte von Bellis Coldwine. Als Freundin von Isaac Dan der Grimnebulin wird sie nach den in Perdido erzählten Ereignissen von der Regierung verfolgt und muss aus ihrer Heimatstadt New Crobuzon fliehen. Bei einer Schiffsüberfahrt in eine neue Zukunft, werden sie und ihre Reisegefährten überfallen und zwangsweise in die schwimmende Stadt Armada eingebürgert. Hierbei wird der Leser mit einer außergewöhnlichen Gesellschaft konfrontiert: Bei Armada handelt es sich um ein Moloch aus miteinander verbundenen Schiffen, der Tausende von Menschen beherbergt. Armada ist dabei nicht nur Wohnstätte, sondern soziales Gebilde, das eigene Sprache, Kultur und natürlich auch Konflikte entwickelt hat.

Doch eine verrückte Idee reicht bei Miéville lange nicht aus - Bellis Coldwine sieht sich nicht nur mit der schieren Unmöglickeit, Armada jemals wieder zu verlassen, konfrontiert, sondern wird allmählich immer mehr in die Verstrickungen und Vorgänge Armadas hineingezogen. Aus der (scheinbaren) Insiderperspektive der Linguistin Coldwine heraus erlebt der Leser die Vorgänge in der schwimmenden Stadt und wird gleichzeitig Zeuge ihrer fruchtlosen Versuche, sich von ihrer neuen, unfreiwilligen Heimat zu distanzieren.

Insgesamt hat mir "Die Narbe" ähnlich gut wie "Perdido Street Station" gefallen, einzig in der Mitte der Geschichte hatte ich einige Durchhänger. Zu lang wird meiner Meinung nach auf die Tatsache, dass Bellis sich nicht wohl fühlt in Armada, eingegangen - diese Tatsache wird eigentlich bereits am Anfang der Handlung ausreichend behandelt und glaubwürdig erklärt. Neben Coldwine gibt es weitere, interessante Protagonisten, so dass sich die Geschichte nicht nur um eine Hauptperson dreht, sondern der Leser auch das Schicksal der anderen "neuen Bewohner" Armadas verfolgen kann. Alles in allem ein Lesevergnügen, das kaum langweilig wird und eine verrückte, aber in sich runde Geschichte beinhaltet.

Zur englischen Ausgabe:
Hier reicht das Schulvokabular bei weitem nicht aus, um dieses sprachgewaltige Werk zu verstehen! Die beste Strategie für geübte Leser ist sicherlich, einfach nur lesen und das Lexikon gar nicht erst bemühen - es wäre sonst im Dauereinsatz. Vieles erklärt sich aber auch aus der Geschichte heraus.

Kontakt                                           Impressum                                               top