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(3)


Teil 2, Welt von Bas-Lag
557 Seiten (TB), Lübbe Verlag
Genre: Science Fantasy

Bewertung (1-10):

"Something uncomfortable and insistent prodded Benjamin Flex awake."

Inhalt:
In New Crobuzon, der riesigen Metropole, taucht ein Fremder auf, der auf der Suche nach einem Wissenschaftler ist, der das Unmögliche mögliche machen kann. Er gerät an Isaac dan der Grimnebulin, einen Freigeist, der wegen seiner Methoden und Anschauungen von der Universität geflogen ist. Dieser lässt sich, um seinem Auftraggeber zu helfen, aus allen möglichen zwielichtigen Quellen geflügelte Lebewesen beschaffen, um den Flug zu erforschen, und dabei macht er einen entscheidenden Fehler, der dazu führt, dass ein unausprechliches Monster auf die Bewohner der Stadt losgelassen wird, das alle Rassenkonflikte und die brutal durchgesetzten Gesetze der Regierung nebensächlich erscheinen lässt...

Buchstaben-Salat-Rezension:
New Crobuzon, die Stadt, die Pratchett's Ankh-Morpork bei weitem an Absurditäten übertrifft. Ein Schmelztiegel der aberwitzigsten Wesen, ob nun lebendig oder künstlich - oder auch beides. Ameisenartige Kephri, stachelige Cactacae und adlerartige Garuda teilen sich den gigantischen, düsteren Moloch mit Menschen, Wasserformern und Remades. Hier leben der unkonventionelle Wissenschaftler Isaac, die insektoide Künstlerin Lin, die Untergrundreporterin Derkhan und Millionen anderer Wesen unter der Knute eines Bürgermeisters, der seine Macht mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln ausübt.

Am Anfang des Buches war ich mir nicht sicher, worauf die Geschichte überhaupt hinaus will und ließ mich einfach treiben. Was bei der phantasievollen Sprache und den wirklich abstrusen Ideen des Autors recht leicht fällt. Hat man sich erst einmal an all die seltsamen Wesen in New Crobuzon gewöhnt, beginnt die Handlung Form anzunehmen und ab der Hälfte des Buches (engl. Originalausgabe) steigert sich das Tempo drastisch. Die Jagd auf die bedrohlichen Falter ist eröffnet...

Aus einem interessanten, phantasievoll und sprachlich üppig geschriebenen Roman wird schnell ein gruseliger, atemberaubender Thriller, der selten an Spannung verliert und mit immer neuen Überraschungen aufwartet. Jede noch so absurde Idee weiß der Autor geschickt zu verpacken und dem Leser durch Isaac's ungepflegte, aber einleuchtende Ausdrucksweise zu vermitteln. Ein Gerät, das Hirnwellen in den Äther schickt? Kein Problem, Isaac vermag es zu erklären - oder dem staunenden Leser zumindest den Eindruck zu verschaffen, er hätte es verstanden.

Da ich die englische Originalausgabe gelesen habe, weiß ich nicht, wie gut die Übersetzung dem sprachgewaltigen und phantasievollen Text gerecht werden konnte. Für mich hat Miévilles ungewöhnlicher und sicherlich nicht leicht zu lesender Stil seinen ganz eigenen Reiz - abgesehen von der originellen Geschichte.

Zur englischen Ausgabe:
Hier reicht das Schulvokabular bei weitem nicht aus, um dieses sprachgewaltige Werk zu verstehen! Die beste Strategie für geübte Leser ist sicherlich, einfach nur lesen und das Lexikon gar nicht erst bemühen - es wäre sonst im Dauereinsatz. Vieles erklärt sich aber auch aus der Geschichte heraus.

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