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Lois McMaster Bujold


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Chalions Fluch
The Curse of Chalion
(3)


Teil 1, Chalion
730 Seiten (TB), Bastei Lübbe Verlag
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

"Cazariel heard the mounted horsemen on the road before he saw them."

Inhalt:
Cazaril, ein ehemaliger Höfling und Soldat, hat eine grausame Zeit als Sklave auf einer Galeere hinter sich. Jetzt will er nur noch eines: eine einfache Arbeit in dem Haushalt verrichten, in dem er früher als Page angestellt war. Aber die Götter haben Größeres mit dem bescheidenen Mann im Sinn. Er tritt in den Dienst der Royesse Iselle, und schon bald verschlägt es Cazaril nach Cardegoss, wo er sich erneut jenen höchst einflussreichen Feinden stellen muss, die ihn einst in Ketten legten...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Liebhaber klassischer Wanderfantasy, Schlachtengetümmel und spitzohriger Elfen sollten genau jetzt aufhören, diese Rezension zu lesen, denn für genau die wird das hier besprochene Buch eher nichts sein. Wer aber Wert auf eine intelligente, wendungsreiche Geschichte in einer atmosphärisch dicht angelegten mittelalterlichen Welt legt - aufgepasst. "Chalions Fluch" ist bestens geeignet für Leser, die etwas für höfische Intrigen und politische Ränkespiele übrig haben, in deren Mittelpunkt das - recht eindeutig definierte - Gute dem Böses gegenüber steht.

Cazaril, Hauptfigur und für mich Verkörperung des klassischen "stille Wasser sind tief"-Sprichwortes, kehrt nach seiner Befreiung aus dem Sklavendienst auf einer Galeere zurück in die Burg, in der er einst als Page diente. Dort bittet er um Anstellung und wird zum Privatsekretär bzw. Tutor der Royesse Iselle ernannt, die sich kurz darauf samt Bruder Teidez an den königlichen Hof ihres Bruders Orico begibt. Das angestrebte friedvolle Leben ist Cazaril am turbulenten Hof nicht gegönnt, denn bald sieht er sich alten Feinden gegenüber und muss zudem darauf achten, dass sein junger Schützling nicht zum Spielball des machtgierigen Adels wird.

Ein Großteil der Geschichte wird zwar vom typischen höfischen Intrigenspiel bestimmt, dennoch ist dies längst nicht alles. Da wäre z.B. noch der Fluch, der auf allen Mitgliedern der Herrscherfamilie Chalions liegt, und den Cazaril aufzuheben gedenkt. Neben dem mit feinem Witz ausgestatteten Sekretär hat McMaster Bujold die Welt von Chalion mit vielen interessanten Charakteren bestückt, deren "Bekanntschaft" zu machen sich wirklich lohnt. Ob nun der Zynismus Cazarils, die geheimnisvollen Weisheiten des Hofangestellten Umegats oder die clevere Intelligenz Iselles - all dies verleiht der Geschichte eine spezielle Note, die zudem durch viele hintersinnige oder auch einfach nur komische Andeutungen zwischen den Zeilen zum Tragen kommen.

Gerade der lockere Humor ist es, der trotz komplizierter Verwicklungen und Ausflügen ins Philosophisch-Theologische zum Weiterlesen verführt und die Geschichte davor bewahrt, allzu trocken zu werden. Und wer am Ende des in sich abgeschlossenen Buches Lust bekommen hat, noch weiter in der Welt von Chalion zu verweilen, kann dies mit der Lektüre des Nachfolgebandes "Paladin der Seelen" gerne tun. Fazit: Ein wundervolles Buch, bei dem es sich lohnt, jeden Satz sorgfältig zu lesen, denn es sind viele Andeutungen und Anspielungen zwischen den Zeilen versteckt.

Zur englischen Ausgabe:
Viele fremdartige Wortkreationen und komplizierte Adelstitel sowie ein sprachlich sehr hohes Niveau machen die Lektüre in der Originalsprache wohl eher etwas für geübte Englischleser.

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