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Lois McMaster Bujold


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Barrayar - Der junge Miles (Sammelband)
Young Miles
(Omnibus)


Teil 2,
Barrayar
798 Seiten (TB), Heyne Verlag
Genre: Science Fiction

Bewertung (1-10):

"Der große, mürrische Sergeant in der kaiserlichen Ausgehuniform trug seine Kommunikationstafel wie einen Marschallstab."

Inhalt:
Miles Vorkosigan, Sohn des obersten militärischen Befehlshabers auf dem Planeten Barrayar, scheint Abenteuer magisch anzuziehen. Nach einer turbulenten Zeit auf der Militärakademie durchstreift er mit seiner Söldnergruppe die Galaxis, und als Prinz Gregor, der künftige Herrscher von Barrayar, von einer interstellaren Bande Dunkelmänner gekidnappt wird, gibt es für ihn nur eines: Mit ein paar handverlesenen Söldnerfreunden die Spur verfolgen, mutig in die Höhle des Löwen vordringen und den Prinzen heraushauen, koste es, was es wolle. Denn er hat noch ein persönliches Motiv: Fiele der Prinz als Thronfolger aus, wäre er an der Reihe, die Herrschaft über den Planeten zu übernehmen. Und dieses schaurig-langweilige Schicksal will er sich um jeden Preis ersparen...

Buchstaben-Salat-Rezension:
In einer Gesellschaft, in der Menschen mit körperlichen Gebrechen als nutzlos angesehen und mit schlimmen Schmähworten bedacht werden, wächst der junge Miles Naismith-Vorkosigan auf. Der Sohn des ehemaligen Regenten des Planeten Barrayar ist durch einen Anschlag auf seine schwangere Mutter kleinwüchsig und mit äußerst zerbrechlichen Knochen ausgestattet. Doch der Junge hat Biss und vor allem eine ungewöhnliche Intelligenz, die den Leser schon nach den ersten Seiten für ihn einnimmt.

Der große Reiz, den dieses Buch für mich ausmacht, ist die Tatsache, dass es sich bei Miles eben nicht um den typischen strahlenden Helden handelt, dem alles gelingt - und sei es nur durch schiere Körperkraft. Schon ein Handgemenge stellt für Miles ein ernsthaftes Problem dar und die Gefahr, durch einen Knochenbruch für Wochen zur Unbeweglichkeit verdammt zu sein. Also setzt er nicht seine Fäuste, sondern seinen cleveren Kopf als Waffe ein, wenn er einmal in Schwierigkeiten gerät. Was ihm oft passiert...

Mit viel Witz und abenteuerlichen Episoden erzählt Lois McMaster Bujold das Leben ihres zähen kleinen Helden. Dieses verläuft in recht ungewöhnlichen Bahnen, was Miles nicht zuletzt seiner Abenteuerlust und seinem losen Mundwerk zu verdanken hat. Wie ein roter Faden zieht sich eine Eigenschaft des jungen Adeligen durch seine Erlebnisse: Er kann sich einfach nicht unterordnen. Und gerät durch Vorwitz und Unternehmenslust in so manches Abenteuer. Diese sind teilweise recht verwirrend, ich habe nicht immer alle Verwicklungen durchblicken können (Miles erging es da stellenweise aber nicht anders), doch gegen Ende lösen sich selbst die vertracktesten Situationen noch irgendwie auf.

Mit Miles präsentiert McMaster Bujold ihren Lesern eine wirklich liebenswerte Figur, deren Intelligenz und Schlagfertigkeit zu ihren größten Vorzügen gehört. Gleichzeitig konfrontiert sie den jungen Adeligen mit einer Welt, in der Menschen wie er nur schwer Achtung erlangen können. Miles muss zwar nicht gegen Windmühlen ankämpfen - denn die Gesellschaft Barrayars befindet sich inzwischen im Umbruch - dennoch fällt ihm nichts in den Schoß. Und genau das macht es so interessant, sein Leben zu verfolgen.

Fazit: Bujolds Geschichten sind mehr als die Weltraumabenteuer eines gebrechlichen Helden, denn sie enthalten einige interessante Botschaften, zu Herzen gehende Szenen und viel Humor!

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