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Christoph Marzi

"Die Welt ist gierig und manchmal verschlingt sie Kinder mit Haut und Haaren."

Inhalt:
Es geschehen seltsame Dinge in London. Im Waisenhaus des grausamen Mister Dombey traut die kleine Emily Laing ihren Augen nicht, als sie eines Morgens von einer Ratte angesprochen wird, die sich höflich als Lord Hyronimus Brewster vorstellt. Eine Sinnestäuschung? Nein, denn bald darauf bleibt Emily nichts anderes übrig, als an die Existenz von wundersamen Wesen zu glauben - als sie nämlich Zeugin wird, wie ein Werwolf eines der Mädchen aus dem Schlafsaal der Neuzugänge stiehlt. In Begleitung der Ratte - sowie eines Elfen namens Maurice Micklewhite und des mürrischen Alchemisten Wittgenstein - macht sich Emily auf die Suche nach der verschwundenen Mara. Die Spur führt die Gefährten in die uralte Metropole, eine geheimnisvolle Stadt unter der Stadt, ein dunkles, gefährliches Reich, in dem gefallene Engel hausen und antike Gottheiten über das Schicksal der Menschen walten. Doch was steckt wirklich hinter den Kindesentführungen, von denen London regelmäßig heimgesucht! wird? Und wer ist der mysteriöse Herrscher der uralten Metropole, der sich Lycidas nennt?

3-Minuten-Rezension von Stefan Schmidt, 6. Januar 2005
Rezensiert wurde die Taschenbuch-Ausgabe.
 
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Hochwertiges Papier. Hier macht Lesen gleich noch mehr Spaß. Das Cover ist ein Blickfang. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passt Cover zum Inhalt: ja
Erzählperspektive: Auktorialer Erzähler (Erzähler ist allwissend, kommentiert, deutet an, blendet vor und zurück im Geschehen).
Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen.
Plot: Originell. Teilweise neue und erfrischende Ideen.
Abgefahren. Teilweise sehr verrückte und absurde Geschehnisse.
Wow-Effekt. Viele unerwartete Wendungen.
Figuren: Vielschichtig und interessant. Originell und verrückt.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Verrückt, aber glaubwürdig. Auch wenn nicht alles realistisch wirkt, nimmt man die Utopie doch ab. Gut recherchiert. Der Autor hat viel Zeit in Hintergrundrecherche investiert.
Lesefluss: Ansteigende Spannung. Spannungsbogen kulminiert in furiosem Finale. Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sprache: Originell und ungewöhnlich. Viele Eigenwort-Kreationen des Autors. Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.
Zusatzmaterial: Kartenmaterial (Landkarte, Stadtplan etc.)
Stärken: Plot (Geschichte), Charakterzeichnung, Setting
Schwächen: Keine
 

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