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Javier Marias


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Mein Herz so weiß
Corazon tan blanco



346 Seiten (TB), dtv
Genre: Allgemeine Belletristik

Besucherrezi
vorhanden

Inhalt:
Eine junge Frau erhebt sich vom Tisch, geht ins Bad, knöpft ihre Bluse auf und erschießt sich. Diese dunkle Szene, von der der Ich-Erzähler nur gehört hat, läßt ihm keine Ruhe mehr. Die junge Frau war seine Tante, die Schwester seiner Mutter, die Frau, die sein Vater vor seiner Mutter geheiratet hatte. Vierzig Jahre später ist der Erzähler selbst verheiratet. Dunkle Vorahnungen und nebensächliche Ereignisse beunruhigen ihn. Der Ich-Erzähler ist Dolmetscher und leidet an einer "déformation professionelle", die ihn dazu zwingt, jedes Detail zu registrieren und zu interpretieren: die kleinen, scheinbar unbedeutenden Dinge im Leben zu zweit und auch jene Details, die ihm nach und nach mehr über die Ereignisse vor seiner Geburt verraten, als ihm lieb ist.

Besucherrezension von Katja

"Meine Hände Sind blutig, wie die deinen;
doch ich schäme Mich, dass mein Herz so weiß ist."
(Shakespeare)

Mit unglaublich detaillierten, verschachtelten und ausschweifenden Sätzen schreibt Javier Marías in seinem Roman "Mein Herz so weiß" über Ehe und Verrat, Liebe und die möglichen Beklemmungen von Zweisamkeit. Jahre später, nach dem ungeklärten Selbstmord seiner Tante Teresa, die nie seine Tante war, da sein Vater nach ihrem Tod seine Mutter geheiratet hat, befindet sich der Ich-Erzähler Juan mit seiner Frau Luisa auf Hochzeitsreise.

Aufgrund seiner berufsbedingten Gabe des Zuhören(-Wollens) erfährt der Dolmetscher Juan mehr über die Vergangenheit seines Vaters, als er je wissen wollte. Diese - einem Kameraobjektiv ähnliche - heranzoomende Erzählweise, die keinen Gedanken, keine Regung auslässt, ist nicht leicht zu lesen, aber hat mich gerade deshalb bei der Lektüre des Buches so fasziniert. Dieses Buch ist treffend, manchmal philosophisch und bis zur Aufklärung der Vergangenheit von Juans Vater fesselnd.

 

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