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Vor dem Frost
Innan Frosten


Teil 1, Linda-Wallander-Reihe
544 Seiten (HC), Zsolnay Verlag
Genre: Klassischer Kriminalroman

Bewertung (1-10):

"Kurz nach neun am Abend des 21. August 2001 kam Wind auf."

Inhalt:
Linda Wallander, Tochter des weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Kommissars, kommt sich vor wie auf dem Abstellgleis: Am 10. September soll ihr Dienst bei der Polizei von Ystad beginnen, und bis dort hat sie noch einen langen Sommer vor sich. Auch die avisierte eigene Wohnung ist noch nicht frei, und so muss sie ausgerechnet beim Vater unterschlüpfen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist äußerst gespannt und wird auch nicht besser, als Kurt Wallander mit einem schwierigen Fall konfrontiert wird. In Ystad und im Umland übergießt ein scheinbar Wahnsinniger Tiere mit Benzin und steckt sie in Brand. Eine ältere Frau wird auf einer Wanderung in einer abgelegenen Schlucht bestialisch ermordet, und eine von Lindas ältesten Freundinnen verschwindet von einem Tag auf den anderen. Auch wenn ihr Vater es nicht wahr haben möchte: Zwischen all diesen Ereignissen besteht ein Zusammenhang. Es bedarf akribischster Ermittlungen und einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Kurt und Linda Wallander, bevor der dickköpfige Kommissar bereit ist, an eine Verschwörung größeren Ausmaßes zu glauben.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Kurt Wallander hat den Staffelstab an seine Tochter Linda übergeben. Ein wenig hält er ihn zwar noch fest - will heißen, mindestens die Hälfte des Buches über verfolgen wir einen mürrischen, übergewichtigen und oft zu Wutausbrüchen neigenden Wallander, doch oft sehen wir ihn aus dem Blickwinkel der Tochter, die schon seit ihrer Kindheit die berühmten "Explosionen" des Vaters zu fürchten gelernt hat.

Linda befindet sich in den letzten Sommermonaten des Jahres 2001 in Wartestellung, denn noch darf sie nicht aktiv in den Polizeidienst eintreten, sondern muss den offiziellen Arbeitsbeginn abwarten. Doch was es bedeutet, die oft auch "unsichtbare Uniform" an zu haben, merkt sie, als sie in ihrem privaten Umfeld einer verschwundenen Freundin nachforscht. Ich kann nicht sagen, dass mir dieses Buch von Mankell weniger gut als seine normalen Wallander-Romane gefallen hat, dazu ähnelten sich die Bücher vom handwerklichen und erzählerischen Stil her viel zu sehr. Meiner Meinung nach - den Kriminalfall einmal außen vor gelassen - gelingt es dem Buch gut, einen Übergang vom Vater zur Tochter zu schaffen, den Vater aus der Sicht der Tochter zu schildern und auch Linda gut vorzustellen.

Das einzige, was ich dem Buch vorwerfen könnte, ist, dass es gut 150 Seiten gebraucht hat, um mich wirklich in seinen Bann zu ziehen. Für ein Buch mit über 500 Seiten nicht unbedingt vertretbar, aber das ist natürlich Ansichtssache...

Besucherrezension von Silke, 17. Februar 2004

Gleich beim Lesen ist das typische Gefühl wieder da.  Der Einstieg der Mankell-Krimis ist irgendwie immer gleich, kühl, gedankenverloren. Man erwartet etwas Neues, denn dies ist der erste Band mit Linda, die eine Hauptrolle spielt. Doch ich war überrascht, denn ich dachte, dass der Band da ansetzt, als Kurt Wallander in Rente geht und Linda in seine Fußstapfen tritt, aber weit gefehlt...

Linda darf „an der Hand“ ihres Vater ihre ersten Ermittlungsversuche starten. Die Story ist etwas an den Haaren herbeigezogen. Mir schien Linda hatte, und das ist ja wirklich so, zuviel Zeit sich in die Sache mit Anna reinzusteigern. Sie will unbedingt einen Fall lösen und ihrem Vater zeigen, dass sie inzwischen groß ist und durchaus auch fähig, ihren Weg zu gehen! 

Witzig, fand auch, dass dieser Band chronologisch nach der neuen Reihe von Henning Mankell - Die Rückkehr des Tanzlehrers - spielt. Stefan Lindmann, inzwischen geheilt, spielt mit und  ist mir auch wesentlich sympathischer als in seinem ersten Fall. Gut fand ich auch, dass der Krimi nicht mit so furchtbar unwichtigen Details gespickt war:
„Er merkte, daß er mal wieder eine frische Unterhose anziehen mußte...“
„Als er den Kühlschrank öffnete, merkte er, daß die Milch sauer war“...

 

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