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Greg Keyes


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Der Dornenkönig
The Briar King
(2)


Teil 1,
Die verlorenen Reiche
688 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

"Der Himmel riss auf, und Blitze stürzten zwischen den gezackten Rändern herab. Mit ihnen kam ein schwarzer Hagel, der nach Rauch, Kupfer und Schwefel schmeckte. Mit ihnen kam ein Geheul wie ein Höllensturm."

Inhalt:
Die Sefry leben seit Jahrhunderten im Wald des Königs von Crotheny, doch nun sind sie auf der Flucht. Denn der Dornenkönig scheint erwacht zu sein - Menschenopfer an den Kultstätten der alten Götter und eine Spur der Verwüstung, die ein Furcht erregendes Ungeheuer, der Greffyn, durch das Land zieht, scheinen dieses Gerücht zu untermauern. Im Kloster d'Ef entdeckt ein Novize, dass das uralte Buch, das er gerade übersetzt, unheilige Flüche enthält, welche direkt mit den dunklen Geschehnissen und der Wiederauferstehung des Dornenkönigs zusammenhängen.

In der Burg des König herrschen derweil chaotische Verhältnisse, im Mittelpunkt eines Sumpfes aus Betrug und Mord steht der psychotische Premierminister, König Williams Bruder Robert. Mit jedem Tag erwacht der Dornenkönig mehr und den Prophezeiungen zufolge nähert sich die Welt damit einem blutigen Ende. Nur eine Königin aus der Dare-Linie auf dem Thron von Crotheny kann das Kommen des Dornenkönigs noch verhindern. William und seine beiden ältesten Töchter sind jedoch verschwunden und so bleibt der Thron Königin Murielle und ihrer jüngsten Tochter Anne überlasse, die bald zur Zielscheibe des Bösen im Königreich werden.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Auf insgesamt vier Bände angelegt sind "Die verlorenen Reiche" von Greg Keyes, von denen "Der Dornenkönig" den ersten Teil darstellt. Wie so oft ist ein Königreich - in diesem Fall das von Crotheny - vom Untergang bedroht. Intrigen, Betrug und Mord stehen auf der Tagesordnung, nicht nur am königlichen Hofe, sondern im ganzen Reich sind Kräfte dabei, am Zerfall der alten Ordnung mitzuwirken. Und dann ist da auch noch die unheimliche Sage von der Wiederauferstehung des Dornenkönigs, deren Wahrheitsgehalt von erschreckenden Geschehnissen erhärtet wird.

In der Mitte dieser düsteren Szenerie trifft der Leser auf fünf Personen, deren Schicksale den weiteren Verlauf des Buches bestimmen und welche - mal zusammen, mal getrennt agierend - die Haupthandlungsfäden der Geschichte ausmachen. Da ist der Wildhüter Aspar, welcher erkennen muss, dass die seltsamen Ereignisse der jüngsten Zeit keineswegs Hirngespinste oder Aberglauben sind. Da ist Stephen, ein belesener und vorwitziger Novize, der erfahren muss, dass die Welt außerhalb einer Bibliothek recht gefährlich sein kann. Dann ist da noch Neil, ein (zunächst noch) titel- und besitzloser junger Krieger, dem eine unerwartete Aufgabe zufällt und Cazio, ein tollkühner Degenfechter, der bald merken muss, dass das Leben aus mehr besteht, als Straßenkämpfen und Übungsstunden. Und schließlich Anne, die jüngste Tochter des Königs, die dem Leben als verwöhntes Nesthäkchen der Herrscherfamilie entsagen muss und sich bald in einer Schlüsselrolle im aufziehenden Untergang wieder finden wird.

Die recht abenteuerliche Geschichte wird von Keyes in flottem Tempo und mit einigen unerwarteten Wendungen erzählt. Das Spannungsniveau ist fast immer gleichmäßig hoch und nicht selten überschlagen sich die Ereignisse - vor allem gegen Ende des Buches. Hier hatte ich den Eindruck, dass Keyes etwas zu dick aufgetragen hat und seinen "Showdown" ruhig hätte kürzer gestalten können. Insgesamt ist der erste Teil der "Verlorenen Reiche" eine recht in sich abgeschlossene Geschichte, auch wenn mir einige Dinge nicht ganz klar geworden sind (beispielsweise das Verhalten des Dornenkönigs).

Fazit: Ein Buch, das sich fast wie von selbst liest und durch eine hohe Aktionsdichte kaum langweilt. Seine Helden sind liebens- und bewundernswert, witzig und nervig zugleich, genauso wie seine Antihelden so richtig schön böse sind, ohne auf den ersten Blick all ihre Karten auf den Tisch zu legen.

Zur englischen Ausgabe:
Bis auf einige Stellen, die wohl einen Dialekt des Königsreichs darstellen sollen, für geübte Leser, die ein sprachlich gehobenes Niveau zu schätzen wissen, kein Problem.

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