Buchstaben-Salat-Rezension:
Simon Peters steht kurz vor seinem 29. Geburtstag, befindet sich mitten in
Singlephase vier und ist Mitglied eines schwulen Fitness-Clubs. Versehentlich,
zumindest im letztgenannten Fall. Zunächst noch liebenswerter,
durchschnittlicher männlicher Idiot, steigert er sich im Laufe der Geschichte
wesentlich und erwirbt spätestens kurz vor dem (versöhnlichen) Ende einer
skurrilen und vor allem witzigen Geschichte den "vollen" Titel.
"Vollidiot" ist eines dieser Bücher, die man an
einem sonnigen Sommer- oder Urlaubstag locker im Liegestuhl weg liest, stets mit
einem Grinsen auf den Lippen und oft mit dem Drang, seine Mitmenschen an den
spaßigen Anekdötchen und Erlebnissen im Leben eines T-Punkt-Verkäufers teilhaben
zu lassen. Kostprobe gefällig?
"Nirgendwo auf der ganzen Welt wird einem
Single sein ganz persönliches Scheitern konzentrierter und kaltblütiger vor Augen
geführt als bei Ikea. Und zwar auf ganzer Linie. Ikea, das ist kein
Einrichtungshaus, das ist ein ausgeklügelter, skandinavischer Lehrpfad des
Versagens, der durch das eigene Nichts direkt zu einer der dreißig gelbblauen
Kassen führt."
In
derartiger Manier analysiert Pechvogel Simon seine Umwelt, immer aus dem
Sichtwinkel eines frustrierten Singles, der fast schon aufgegeben hat, die
Traumfrau zu finden und glückliche Paare kaum ertragen kann.
Dabei benimmt er sich nicht nur oft idiotisch, sondern auch egozentrisch und
fühlt sich durch das Liebesglück seines Freundes und Arbeitskollegen Flick an die eigene Einsamkeit erinnert. Je weiter die Geschichte voranschreitet,
desto abstruser werden die Erlebnisse Simons, bis er sich wahrlich wie ein
richtiger Vollidiot benimmt...
Dass die Geschichte dennoch ein versöhnliches
Ende nimmt und sich auch der Bogen zu o.g. schwedischen Möbelhaus wieder
schließt, hat Simon seinen Freunden zu verdanken, die es im Laufe der Geschichte
wirklich nicht leicht mit ihm hatten. "Vollidiot" ist ein nettes Buch für
Zwischendurch, das sich flott liest, dem man aber anmerkt, dass sein Autor aus
der Comedy-Branche stammt und sich aus dem dort üblichen Witzrepertoire bedient.