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Jilliane Hoffman


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Cupido
Retribution



476 Seiten (HC), Rowohlt Verlag
Genre: Psycho-Thriller

Bewertung (1-10):

"Wie immer war Chloe Larson in fürchterlicher Hetze."

Inhalt:
Der Alptraum jeder Frau: Du kommst abends in dein Apartment. Du bist allein. Alles scheint wie immer, nur ein paar Kleinigkeiten lassen dich stutzen. Du kümmerst dich nicht darum. Du gehst schlafen. Und auf diesen Moment, hat der Mann, der unter deinem Fenster lauert, nur gewartet. C.J. ist Staatsanwältin in Miami, und sie ist ein As. Eines Tages schnappt die Polizei bei einer zufälligen Verkehrskontrolle einen psychopathischen Serienkiller, nach dem seit Monaten gefahndet wird. Weil C.J. die Beste ist, betraut man sie mit der Anklage. Aber als ihr der Mann vorgeführt wird, den sie im Polizeijargon Cupido nennen, ist sie wie gelähmt. Es besteht kein Zweifel: ihr gegenüber sitzt der Mann, der sie vor 12 Jahren eine ganze, entsetzliche Nacht lang gefoltert und vergewaltigt hat. Wider alle Vernunft will C.J nur eins: Vergeltung. Dabei vergisst sie, dass Rache auch blind machen kann. Blind gegenüber der tödlichen Gefahr, die für sie von Cupido noch immer ausgeht...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Cupido ist eine Mischung aus Gerichts- und Psycho-Thriller. Erzählt wird der Roman aus der Sicht eines Opfers - Chloe, bzw. später C.J. - das von einem Unbekannten brutal vergewaltigt und gefoltert wurde. Zwölf Jahre später hat sie ihr Leben halbwegs im Griff und ist erfolgreiche Staatsanwältin in Miami. Dort jagdt sie zusammen mit der Polizei einen Serienmörder, der junge, hübsche Frauen entführt und brutal umbringt. Der Täter wird gefasst und C.J. erkennt in ihm ihren Vergewaltiger. Als Staatsanwältin sitzt sie ihm nun im Gericht gegenüber.

Cupido (=triebhafte Begierde) wird aus der Sicht des Opfers geschildert und nimmt daher den Ermittlungsarbeiten ihre Nüchternheit. Dadurch, dass die Geschehnisse nicht aus Sicht einer Gerichtsmedizinerin oder eines Detectives geschildert werden, ist natürlich viel mehr Emotionalität mit den Ereignissen verbunden. Und das, obwohl Hoffman sich bei der Schilderung der Vergewaltigung nicht in detaillierten Beschreibungen der Grausamkeiten, die Chloe übersicht ergehen lassen muss, ergeht - was dem Buch meiner Meinung nach sehr gut tut.

Interessant ist außerdem der Aspekt, dass ein Opfer zum Ankläger wird - und zwar nicht indirekt als Belastungszeuge bei einer Gerichtsverhandlung, sondern aus der Position der Staatsanwältin heraus. Die Idee des Buches ist gut und durchweg solide umgesetzt. Die Handlung hält ein fast immer gleichmäßig hohes Spannungsniveau, ist immer im Fluss und der Leser muss nicht seitenlang auf neue Entwicklungen warten. Das Ende der Geschichte ist unbedingt als originell zu bezeichnen, dennoch bemüht sich Hoffman, der Handlung doch noch eine unerwartete Wendung zu geben. Und dies gelingt ihr durchaus, wenn sich auch eingefleischte Thriller-Leser den Ausgang bestimmt schon im letzten Viertel denken können.

Alles in allem ein lesenswerter Thriller mit einer interessanten Grundidee, die gut umgesetzt wurde.

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