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Robin Hobb


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Des Königs Meuchelmörder
Royal Assassin


Teil 2, Die Legende vom Weitseher I
900 Seiten (TB), Bastei Lübbe Verlag

Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

"Ich höre auf, um die Feder zu reinigen.
Auf diesem armseligen Papier zerläuft der feinste Strich zu unförmigem Gekleckse,
doch ich will für diese Worte kein gutes Pergament verschwenden; vorläufig nicht."

Inhalt:
Der junge Fitz hat seine erste gefährliche Mission als des Königs Meuchelmörder überlebt, doch der Preis, den er zahlen musste, ist hoch. Kaum mehr als ein Krüppel, zerschunden und verbittert, schwört er, im Bergreich zu bleiben, obwohl sein Treueschwur von ihm verlangt, nach Bocksburg und zu seinem König zurückzukehren. In der Zwischenzeit sind die Korsaren nicht untätig geblieben und haben ihre Angriffe auf die Küstenregionen der Sechs Provinzen fortgesetzt. Auch innerhalb des Palastes herrscht Unruhe: der alte König sieht dahin, und um seine Nachfolge spinnen sich gefährliche Intrigen. Bald wird deutlich, dass nur Fitz die Rettung für das Land bringen könnte...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Die Legende vom Weitseher ist einer dieser Zyklen, die mich von Anfang an gefangen genommen haben. Keine lange Tunnellauferei wie bei Osten Ard (Insiderslang für zäher Anfang *g*), sondern man begleitet von Beginn an die Hauptperson, den hier noch jungen Fitz, auf seinem Lebensweg.

Fitz kommt praktisch als "unbeschriebenes Blatt" in die Burg seines Großvaters, dem König. Fitz ist ein Bastard, da sein Vater eine Affäre mit seiner Mutter hatte und diese schickt ihn weg, weil sie sich den Unterhalt für den kleinen Jungen nicht mehr leisten kann. Und so wird Fitz zum Werkzeug - der König erkennt die politische Gefahr, die der Bastard bedeuten kann, behält ihn aber und lässt ihn zum Assassinen ausbilden. Eine ganze Zeit lang bleibt Fitz auch williger Diener des Königs, doch im späteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich seine Figur weiter - er beginnt über seine todbringenden Taten nachzudenken, wobei er jedoch seine Pflicht (und Schuld) gegenüber dem König nicht vergisst.

Ein weiterer interessanter Aspekt in den Büchern ist die Magie. Sie tritt als spezielle Begabung auf, die besonders in der Königsfamilie ausgebildet ist und beispielsweise in der Kunst der Gedankenübertragung besteht. Als blutrünstige Piraten das Königreich bedrohen, kommt diese auch verstärkt zum Einsatz. Ich kann diese Trilogie nur jedem, der anspruchsvolle Fantasy mag und auf magische Wesen wie Elfen oder Zwerge verzichten kann, empfehlen.

Die Welt von Weitseher Fitz ist keine der edlen Ritter oder blutrünstigen Hobgoblins - sie ist vielmehr Mittelpunkt einer intelligenten und komplexen Geschichte, die durch originelle und geheimnisvolle Figuren besticht. Vieles ist nicht das was es zu sein scheint und besonders der dritte Band wartet mit einigen Überraschungen auf. Wer nicht genug bekommen kann von Fitz & Co. kann gleich weiter lesen, denn von einer weiteren Trilogie - die Zweiten Chroniken um Fitz den Weitseher (The Tawny Man) - sind gerade die beiden ersten Bände erschienen.

Drei-Minuten-Rezi von Sandra, 1. November 2004
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen.
Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke.
Das Cover ist durchschnittlich und unauffällig.
Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Dieses Cover finde ich wesentlich schöner. Die Aufmachung fließt in wenigen Fällen in meine Bewertung mit ein.
Passt Cover zum Inhalt: Ja. Hier ist Fitz plötzlich blond *g*.
Erzählperspektive: Ich-Perspektive, erzählend (der Ich-Erzähler erzählt die Geschichte im Rückblick).
Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen.
Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern.
Nach dem Ende des ersten Bandes möchte man natürlich wissen wie es weitergeht.
Plot: Originell. Teilweise neue und erfrischende Ideen.
Wow-Effekt. Viele unerwartete Wendungen.
Auch hier: die Geschichte ist vielschichtig und komplex ohne verwirrend oder unlogisch zu sein.
Figuren: Vielschichtig und interessant.
Sympathisch und mitreißend.
Da man die Figuren durch die Augen des Fitz sieht, teilt man in vielen Fällen seine Meinung über die Figuren.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Lesefluss: Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen.
Achterbahn. Stetiger Wechsel zwischen spannenden und ruhigen Phasen.
Irgendwo im ersten viertel kam ich nicht mehr davon los. Manche Seiten lesen sich fast wie von selbst, andere liest man langsamer.
Sprache: Blumig und lautmalerisch. Viele Adjektive und Metaphern.
Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen.
Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.
Hobbs Stil ist ein weiterer Pluspunkt!
Zusatzmaterial: nicht vorhanden

Eine Karte habe ich hier recht schmerzlich vermisst.

Stärken: Erzählperspektive
Plot (Geschichte)
Charakterzeichnung
Lesefluss
Sprache
Die vielen Stärken machen für mich auch das Fehlen einer Karte weniger schlimm ;-).
Schwächen: Vielleicht ist es für mich noch zu frisch, denn momentan fällt mir keine Schwäche ein.
Abschließende Bemerkungen: Wenn die Autorin im dritten Teil nicht stark nachlässt, bekommt diese Saga eine dauerhafte Platzierung in meinen persönlichen Top-Ten!
 

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