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Robin Hobb


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Der Adept des Assassinen
Assassin's Apprentice


Teil 1, Die Legende vom Weitseher I
511 Seiten (TB), Bastei Lübbe Verlag
Genre: Epische Fantasy

Bewertung (1-10):

"Die Feder entgleitet meinen knochigen Fingern
und hinterlässt eine geschlängelte Linie auf Fedwrens Papier."

Inhalt:
Der junge Fitz ist der Bastard eines edlen Prinzen und wird in den Ställen des königlichen Haushaltes großgezogen. Er ist ein Ausgestoßener, dessen bloße Existenz seinen Vater um den Thron gebracht hat. Nur der alte König Shrewd nimmt sich seiner an: Heimlich lehrt er ihn die Künste der Assassinen.

Denn im Blut des jungen Mannes fließt das Erbe der Magie: ein Talent, in die Zukunft zu schauen - und die im Königreich weitaus seltenere Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Als Barbaren das Land überfallen, die Küstengegenden zerstören und zombieähnliche Wesen zurücklassen, wird Fitz auf seine erste Mission geschickt. Nur von ihm hängt das Überleben seines Volkes ab...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Die Legende vom Weitseher ist einer dieser Zyklen, die mich von Anfang an gefangen genommen haben. Keine lange Tunnellauferei wie bei Osten Ard (Insiderslang für zäher Anfang *g*), sondern man begleitet von Beginn an die Hauptperson, den hier noch jungen Fitz, auf seinem Lebensweg.

Fitz kommt praktisch als "unbeschriebenes Blatt" in die Burg seines Großvaters, dem König. Fitz ist ein Bastard, da sein Vater eine Affäre mit seiner Mutter hatte und diese schickt ihn weg, weil sie sich den Unterhalt für den kleinen Jungen nicht mehr leisten kann. Und so wird Fitz zum Werkzeug - der König erkennt die politische Gefahr, die der Bastard bedeuten kann, behält ihn aber und lässt ihn zum Assassinen ausbilden. Eine ganze Zeit lang bleibt Fitz auch williger Diener des Königs, doch im späteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich seine Figur weiter - er beginnt über seine todbringenden Taten nachzudenken, wobei er jedoch seine Pflicht (und Schuld) gegenüber dem König nicht vergisst.

Ein weiterer interessanter Aspekt in den Büchern ist die Magie. Sie tritt als spezielle Begabung auf, die besonders in der Königsfamilie ausgebildet ist und beispielsweise in der Kunst der Gedankenübertragung besteht. Als blutrünstige Piraten das Königreich bedrohen, kommt diese auch verstärkt zum Einsatz. Ich kann diese Trilogie nur jedem, der anspruchsvolle Fantasy mag und auf magische Wesen wie Elfen oder Zwerge verzichten kann, empfehlen.

Die Welt von Weitseher Fitz ist keine der edlen Ritter oder blutrünstigen Hobgoblins - sie ist vielmehr Mittelpunkt einer intelligenten und komplexen Geschichte, die durch originelle und geheimnisvolle Figuren besticht. Vieles ist nicht das was es zu sein scheint und besonders der dritte Band wartet mit einigen Überraschungen auf. Wer nicht genug bekommen kann von Fitz & Co. kann gleich weiter lesen, denn von einer weiteren Trilogie - die Zweiten Chroniken um Fitz den Weitseher (The Tawny Man) - sind gerade die beiden ersten Bände erschienen.

Drei-Minuten-Rezi von Sandra, 1. November 2004
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung: Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.

Das Cover erinnert mich ein bisschen an die "Nackenbeißer" Abbildungen. Für meinen Geschmack too much.

Passt Cover zum Inhalt: Nein. Ich kann mit diesem Cover im Bezug auf das Buch nichts anfangen. "Mein" Fitz ist nicht schwarz-haarig.
Erzählperspektive: Ich-Perspektive, erzählend (der Ich-Erzähler erzählt die Geschichte im Rückblick).
Einstieg in die Geschichte: Spannend, originell, interessant. Der Autor hat sich Mühe gegeben, den Einstieg zu erleichtern.
Plot: Originell. Teilweise neue und erfrischende Ideen.
Wow-Effekt. Viele unerwartete Wendungen.
Ungemein vielschichtig und komplex ohne verwirrend zu sein!
Figuren: Hm. Es gibt Charaktere die man hasst, andere die man mag und dann wieder Figuren bei denen man nicht weiß, was von ihnen zu halten ist.
Setting: Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Lesefluss: Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen.
Abwechslungsreich. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Sprache: Blumig und lautmalerisch. Viele Adjektive und Metaphern.
Präzise und treffend. Man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen.
Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.
Zusatzmaterial: nicht vorhanden
Stärken: Erzählperspektive
Plot (Geschichte)
Charakterzeichnung
Sprache
Schwächen: Eine Karte wäre schön gewesen.
Abschließende Bemerkungen: Das erste Buch der Weitseher-Saga ist in Ordnung. Man merkt das Hobb ihr Pulver noch nicht verschossen hat, aber ein Genuss ist es trotzdem.
 

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