Willkommen auf Buchstaben-Salat.de!
Informationen und Meinungen rund um Bücher.

Home         Blog          Einkaufstimer          FAQ         Rezensionen          Serien          Forum          Links

Autoren-Infos
Bibliographien
Gerüchteküche

Interviews

Besucher-Input
Besucher-Rezis
Gästebuch
Kontakt

Leserunden
Umfragen

Extras
Bücherrätsel
Sonderberichte
Diverses

 

Partner


booklooker.de - Der Flohmarkt für Bücher

eBay

 

 

Kathy Hepinstall


Amazon

Ein Hauch von Bittermandel
The Absence of Nectar



377 Seiten (TB), Verlagsgruppe Droemer Knaur
Genre: Allgemeiner Kriminalroman

Bewertung (1-10):

"Nach all den Jahren habe ich immer noch eine Narbe im Gesicht."

Inhalt:
Die Geschwister Alice und Boone leben in der dauernden Angst, von ihrem Stiefvater Simon vergiftet zu werden. Beim Essen verständigen sie sich mit geheimen Zeichen: Der Reis ist okay, den hat Simon nicht zubereitet, zweimal zwinkern. Vorsicht aber mit dem Huhn! Danach liegen die beiden im Kinderzimmer und warten auf den Tod - sämtliche Gifte und ihre Symptome sind ihnen aus einschlägigen medizinischen Werken bekannt... Skurrile Ideen zweier phantasiebegabter Kinder? Die Sache sieht plötzlich anders aus, als eines Abends die Mutter panisch ins Zimmer stürmt und nur zwei Worte flüstert: "Lauft weg!"

Buchstaben-Salat-Rezension:
Stell dir vor, du bist ein Kind und denkst, dein Abendessen sei vergiftet. In dieser absurden Situation befinden sich Alice und Boone, ein Geschwisterpaar, das bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater lebt. Die Geschichte beginnt geheimnisvoll und verwirrend: Wieso geben sich die beiden Kinder am Abendbrottisch geheime Zeichen und teilen einander mit, ob Hühnchen, Reis oder Limonade vergiftet sind? Und wieso kommt wenig später ihre Mutter ins Kinderzimmer und fordert sie auf, wegzulaufen?

Um dieses Rätsel zu lösen, beginnt Hepinstall die Geschichte nach wenigen Seiten noch einmal ganz von vorne - sie erzählt praktisch (fast) das Ende vorweg, um dann nach und nach aufzudecken, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass zwei Kinder im eigenen Elternhaus um ihr Leben fürchten müssen. Das macht sie sehr geschickt und konstruiert eine Geschichte, die in wohl dosierten Portionen ihre Geheimnisse preis gibt und dabei flüssig zu lesen ist.

An sich ist "Ein Hauch von Bittermandel" eine spannend erzählte Geschichte mit einer guten Idee. Irgendwie lief mir jedoch alles etwas zu geplant und ließ sich vieles schon vorweg erahnen, so dass für mich die Auflösung nicht den wahrscheinlich von der Autorin geplanten Knalleffekt brachte. Was ihr aber sehr gut gelang, war die Schilderung der Verzweiflung der beiden Kinder, die sich in ihrem Heim vom Stiefvater bedroht fühlen und sich dabei noch nicht einmal auf Hilfe und Schutz durch ihre Mutter verlassen können.

Die Charaktere sind gut gezeichnet - Alice, das intelligente und tapfere kleine Mädchen, Boone, der Junge, der seine erste Liebe findet und dabei den Glauben an Gott zu verlieren droht und Meg, die Mutter, die nicht ohne Mann leben kann und will und darüber fast ihre Kinder vergisst. Gerade die Figur der Meg ist Hepinstall gut gelungen - ihre Motive werden glaubhaft geschildert, auch wenn man sie gerne bei den Schultern nehmen und schütteln möchte, angesichts Hilflosigkeit und Verblendung gegenüber ihrem neuen Mann und den bedrohten Kindern.

Alles in allem ein schönes Buch, dem meiner Meinung nach ein wenig mehr Pfiff sicher nicht geschadet hätte, das aber trotzdem einen spannenden Leseabend bescheren kann.

Kontakt                                           Impressum                                               top