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Robert Harris


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Pompeji
Pompeii


340 Seiten (HC), Heyne Verlag
Genre: Historischer Roman

Bewertung (1-10):

"Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei
Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze."

Inhalt:
Im Sommer des Jahres 79 n. Chr. kommen wie eh und je die Reichen und Schönen aus Rom in den Süden, um in ihren Villen am Meer Feste zu feiern und Intrigen zu spinnen. Doch dann bebt die Erde, und der mächtige Aquädukt Aqua Augusta, der das Wasser von den Hängen des Vesuv zu den Küstenstädten führt, versiegt. Die Vorboten einer ungeheuren Katastrophe legen sich wie ein Schatten über die Idylle. Attilius, aus Rom entsandter neuer Wasserbaumeister, muss den Schaden beheben. Die Zeit drängt. Wasser bedeutet nicht nur Leben, sondern für den skrupellosen Geschäftsmann Ampliatus vor allem Geld und Macht. Ausgerechnet dessen Tochter Corelia deckt eine Verschwörung auf und bittet Attilius um Hilfe. Die beiden werden eingeschüchtert und bedroht, aber die wahre Bedrohung können sie sich so wenig ausmalen, wie Millionen andere Küstenbewohner. Attilius eilt nach Pompeji einer Apokalypse entgegen.

Buchstaben-Salat-Rezension:
Pompeji ist eines dieser Bücher, die man nachmittags beginnt und erst nach Mitternacht wieder zu klappt. Ausgelesen, versteht sich! Der historische Roman spielt zwei Tage vor und zwei Tage nach dem historischen Ausbruch des Vesuvs, der die Stadt Pompeji völlig zerstörte. Zunächst findet sich der Leser jedoch an der Seite des frisch eingestellten Wasserbaumeisters, dem jungen Aquarius Attilius, in Misenum wieder und erfährt von einer seit Tagen anhaltenden Dürre. Seltsame Dinge geschehen rund um das Aquädukt, die Aqua Augusta, von der acht Städte in der Bucht von Napolis abhängig sind. Die Suche nach einem Leck in der für die Region überlebenswichtigen künstlichen Wasserader führt Attilius schließlich nach Pompeji und dort ist der bevorstehende Vulkanausbruch noch seine geringste Sorge.

Gut so, denn Harris schafft es meisterhaft, einen spannenden Handlungsrahmen um die historischen Ereignisse  zu dichten, welcher den Leser die Katastrophe fast vergessen lässt. Was geschah mit Attilius Vorgänger? In welche Machenschaften ist der ehemalige Sklave und nun reiche Großgrundbesitzer Ampliatus verstrickt? Und wieso kann der Aquarius noch nicht einmal seinen eigenen Männern trauen? Großer Pluspunkt des Buches ist meiner Meinung nach die vorhandene Karte, auf der man sehr gut Entfernungen und Lage der erwähnten Orte nachschauen kann. Gerade im letzten Drittel des Buches, als sich die Ereignisse überschlagen, ist es von Vorteil, abschätzen zu können, wo sich wer gerade befindet und in welcher Entfernung der ausbrechende Vulkan liegt.

Ein weiteres gelungenes Stilmittel ist der Einsatz von kurzen Auszügen aus einer Enzyklopädie über Vulkane. In sachlichem, kühlen Stil wird der Leser vor jedem Kapitel nicht nur über Tag und Uhrzeit, sondern auch über die wissenschaftlichen Einzelheiten der letzten Phasen vor einem Ausbruch aufgeklärt. Simpel und knapp gehalten, aber doch mit großer Wirkung, denn so wird die Katastrophe mit jedem Kapitel erneut in Erinnerung gerufen - modernes Wissen, dass der Leser den ahnungslosen Pompejanern zweifellos voraus hast...

Fazit: Ein lebendiger, sehr gut gelungener Roman, der nicht nur eine natürliche, sondern auch menschliche Katastrophen schildert.

Drei-Minuten-Rezi von Martin, 25. Oktober 2004
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung: Durchschnittliche Bindung, normaler Buchrücken. Man sieht dem Buch hinterher an, dass es gelesen wurde.
Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke.
Das Cover ist durchschnittlich und unauffällig.
Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.
Passt Cover zum Inhalt: Ja - aber erst auf den zweiten Blick.
Erzählperspektive: Auktorialer Erzähler (Erzähler ist allwissend, kommentiert, deutet an, blendet vor und zurück im Geschehen).
Einstieg in die Geschichte: Durchschnittlich - weder langweilig noch besonders interessant.
Plot: Durchschnitt. Weder neu noch alt.
Der Zugang war gut, da aber die Geschehnisse um den Vesuv bekannt sind, wollte sich keine Spannung aufbauen.
Figuren: Vielschichtig und interessant.
Die plinii sind ihm gelungen.
Setting: Unrealistisch. Logische Fehler lassen die Umgebung unglaubwürdig erscheinen.
Leider hat das Buch einige logisch, historische Fehler. Normalerweise kann man über die hinwegsehen, aber leider geht es hier darum, ob die Menschen schon wussten, dass der Vesuv ein Vulkan ist oder nicht. Sowas kann dann mit der Zeit störend sein.
Lesefluss: Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen.
Nicht spannend, aber man kann es zügig lesen.
Sprache: Eintönig. Langweilige und abwechslungsarme Sprache.
Hat nicht zum Pompeji des 1.Jh`s gepasst, auch wenn dort in manchen Vierteln die Sitten rau gewesen sein dürften übertreibt es der Autor damit ein wenig.
Zusatzmaterial: Kartenmaterial (Landkarte, Stadtplan etc.)
Ergänzende Bemerkungen des Autoren
Karte der Bucht von Neapel, Literaturangaben
Stärken: Einstieg in die Geschichte

Charakterzeichnung

Schwächen: Plot (Geschichte)
aus der Geschichte zu wenig gemacht, man erwartet sich was anderes
 

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