Buchstaben-Salat-Rezension:
Der Klappentext und meine bisherigen Erfahrungen mit den Büchern von Robert
Harris verheißt eigentlich nur Gutes: Im März des vierten Kriegswinters
versuchen die Kryptoanalytiker in Bletchley Park fieberhaft, die Funksprüche der
deutschen Marine zu entschlüsseln. Dabei steht das Leben von Tausenden von
Marinesoldaten auf dem Spiel, denn die deutsche Seemacht scheint unbezwingbar.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Tom Jericho - Kriegsheld auf seine
Art, kämpft er doch nicht mit Maschinengewehr oder Panzer gegen die Nazis,
sondern mit Rechenschieber und seinen grauen Zellen...
Eine gute Idee, die Robert Harris da zu seinem
Buch hatte - leider streckenweise langweilig umgesetzt. Grund dafür ist vor
allem die erste Hälfte des Buches, in welchem ich mich mit Jericho überhaupt
nicht anfreunden konnte. Zu blass und schwächlich erschien mir der junge Mann,
der angeblich die letzte Hoffnung der Engländer im Kampf gegen verschlüsselte
Funksprüche ist - warum er sich so seltsam benimmt, wird leider erst viel zu
spät klar. Harris lässt den Leser meiner Meinung nach viel zu lang im Dunkeln
tappen, ich zumindest war kurz davor, das Buch vor Langeweile nicht zu Ende zu
lesen.
Erst gut nach der
Hälfte des Buches kommt Klarheit in die bis dahin verworrene
Spionage-Geschichte, zu der sich das Buch entwickelt hatte. Endlich nimmt die
Handlung an Fahrt auf und Jericho geht wirklich seinem Job nach. Das
Dechiffrieren wird dann auch wirklich interessant beschrieben und dem Leser wird
klar, wie wichtig die Arbeit des zusammen gewürfelten Haufens an
Mathematik-Studenten und ehemaligen Universitätsprofessoren ist.
Fazit: Ein Buch mit einer
guten Idee, die leider nicht so umgesetzt wird, wie der Klappentext verspricht.
Das Ende ist überraschend, kann die Geschichte jedoch nicht aus ihrer
Mittelmäßigkeit herausreißen.