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John Grisham


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Die Begnadigung
The
Broker




480 Seiten (HC), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Polit-Thriller

Bewertung (1-10):

"Während der letzten Stunden seiner Präsidentschaft - die bei den Historikern
weniger Interesse erregen würde als irgendeine andere seit der von William Henry Harrison (einunddreißig Tage von der Amtseinführung bis zum Tod) - saß Arthur Morgan mit dem einzigen ihm verbliebenen Freund im Oval Office und dachte über die noch anstehenden Entscheidungen nach."

Inhalt:
Die letzte Amtshandlung des scheidenden Präsidenten der Vereinigten Staaten ist die Begnadigung eines berüchtigten Wirtschaftskriminellen. Joel Backman war bis zu seiner Verurteilung zu sechs Jahren Gefängnis einer der skrupellosesten Lobbyisten in Washington. Niemand weiß, dass die umstrittene Entscheidung des Präsidenten erst auf großen Druck der CIA zustande kam. Doch die Agency ist nicht an dem Lobbyisten selbst interessiert, sondern an streng geheimen Informationen über ein Satellitensystem, das Backman auf dem Höhepunkt seiner Macht zu viel Geld machte und dabei verschiedenen Regierungen gegeneinander ausspielte.

Backman wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit einer militärischen Transportmaschine außer Landes geschmuggelt. Er bekommt einen neuen Namen, eine neue Identität, eine neue Heimat. Er versucht sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden und ahnt nicht, dass die CIA ihn nur als Figur in einem Spiel missbraucht. Denn nach und nach sickern Informationen über den Aufenthaltsort des Brokers an die Israelis, die Russen, die Chinesen und die Saudis durch. Das Spiel kann beginnen, die Drahtzieher lehnen sich zurück und beobachten. Denn dass Backman das Spiel nicht überleben wird, steht außer Frage. Die CIA interessiert nur, wer ihn beseitigt...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Nach Jahren lese ich wieder einen Grisham. Von diesem Autoren habe ich deshalb lange nichts mehr gelesen, weil mich die Geschichten nicht mehr - wie zu Zeiten von "Die Firma" oder "Der Regenmacher" - so richtig mitreißen konnten. Das ist zwar bei "Die Begnadigung" nicht ganz der Fall, dennoch ist das Buch eher als nett, denn mitreißend einzuordnen. Die Thematik um das einstige Wirtschaftsgenie, das in Washington die Fäden zog und nun, frisch aus jahrelanger Haft entlassen, von diversen Geheimdiensten gejagt wird, hat mich eigentlich angesprochen. Die Umsetzung war nicht unbedingt langweilig, aber auch einfach nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Stundenlang wird der Tagesablauf Backmans geschildert, der öde und eintönig seinen Lauf nimmt, gelegentlich unterbrochen von den Intriganten hinter der Kulisse, wie um zu erinnern, dass es ja um mehr geht, als Dolce Vita in Bergamo.
Das Ende fand ich eher fade, als spannend oder aufschlussreich. Alles läuft viel zu glatt, Backman hat einfach zu viel Glück, als dass die Geschichte glaubhaft wirkt. Und die vollmundig im Klappentext angekündigten Israelis, Russen, Chinesen und Saudis treten nur beiläufig oder äußerst blass zu Tage. Schade eigentlich, die grundsätzliche Idee ist nicht schlecht, man hätte mehr daraus machen können. Stattdessen liest man eine gemütliche Geschichte, lernt etwas über die Schönheit und Sehenswürdigkeiten Italiens und schnappt allenfalls noch ein paar italienische Brocken auf. Nett, aber auch nicht mehr.

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