Buchstaben-Salat-Rezension:
Der junge Jessex wird eines
Tages von seinem Onkel in den Wald von Arthen geholt, um am Hof des Exil-Königs
Kirith Kirin zu dienen. Zunächst im Tempel beschäftigt, nimmt sein Leben bald
eine unerwartete Wende und er wird zur Hoffnung eines unterdrückten Volkes.
Kirith Kirin hat einen großen Vorteil - es ist
ein Einzelband. Das ist auch gut so, denn ich habe mich mit Ach und Krach bis
zur Hälfte dieses wortgewaltigen Fantasy-Werkes vorgekämpft und die Lektüre
schließlich entnervt abgebrochen. Die Gründe dafür sind zahlreich, komplizierte
Namenskreationen wie "YY" (für eine Göttin) oder "Wyyvisar" (für eine Sprache)
sowie ein verworrenes Magiesystem, für dessen Verständnis man wohl den nicht
minder verwirrend geschriebenen Anhang gelesen haben sollte, machten das Lesen
dieses Buches für mich zur Qual.
Seitenlange Beschreibungen von
Jessex Ausbildung gestalteten die Sache nicht unbedingt interessanter und wenn
dann schon einmal etwas Spannung aufkam, handelte es sich um die reichlich
stupide Beschreibung eines magischen Kampfes, für dessen Verständnis man wohl
den bereits erwähnten Anhang gelesen haben sollte... Ich bin ja eigentlich ein
Freund von ergänzendem Material und Karten in Büchern, doch war Ersteres zu
umfangreich und fast schon Voraussetzung zum Verstehen des gesamten Buches und
Letzteres teilweise zu ungenau, denn viele Orte waren gar nicht erst
eingezeichnet.
Insgesamt
kann ich mir nicht so recht erklären, wieso Grimsley seine Geschichte derart
kompliziert und gleichzeitig so langweilig gestaltet hat. Rund ein Drittel der
Handlung wird von der Ausbildung Jessex vereinnahmt, die allerdings
uninteressant und seltsam emotionslos geschildert wird. Mir war der Junge
stellenweise äußerst unsympathisch und oft viel zu altklug für sein Alter -
einfach nicht glaubhaft für ein halbes Kind, das vollkommen auf sich allein
gestellt mit vielen neuen und erschreckenden Situationen konfrontiert wird.
Schade eigentlich, denn die Idee eines Exil-Prinzen, der nomadenartig umherzieht
und versucht, sein Reich zurück zu erobern klingt eigentlich viel
versprechend...