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"Mal angenommen, Sie und ich säßen in einem stillen Raum mit Blick auf einen
Garten, tränken grünen Tee, plauderten über lang vergangene Zeiten, und ich
sagte zu Ihnen: 'Der Nachmittag, an dem ich den-und-den kennenlernte... das war
der beste Nachmittag in meinem Leben, und zugleich der schlimmste.'" |
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Inhalt:
Japan zu Beginn der 30er Jahre: Die neunjährige Chiyo lebt mit ihrer bettelarmen Familie in einem kleinen Fischerdörfchen. Als ihre Mutter im Sterben liegt, verkauft der Vater Chiyo und ihre Schwester in das Vergnügungsviertel Gion der alten Kaiserstadt Kyoto. Bei ihrer Ankunft in Kyoto werden die beiden Mädchen getrennt: Chiyo kommt in ein Okiya, ein Geisha-Haus, die Spur ihrer Schwester verliert sich. Star der Okiya ist Hatsumomo, eine faszinierend schöne, aber unglaublich launische Geisha, die bei den Herren in Gion sehr beliebt ist und daher für die Okiya viel Geld einbringt.
Als Chiyo erfährt, dass ihre Schwester in ein Bordell verschleppt wurde, plant sie die Flucht - die jedoch kläglich scheitert. Chiyo wird in die Okiya zurückgebracht und zur Dienerin degradiert. Anderthalb Jahre wird sie von Hatsumomo gedemütigt. Doch als Chiyo erkennt, dass ihr altes Leben unwiderruflich vorbei ist, fügt sie sich in ihr Schicksal. Von da an ist ihr Aufstieg zur begehrtesten Geisha ganz Kyotos nicht mehr aufzuhalten. Doch dann lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich unsterblich verliebt. |
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Buchstaben-Salat-Rezension:
Arthur Golden entführt den Leser mit "Die Geisha" in eine vollkommen fremde
Welt. Die kleine Chiyo wird von ihrem Vater an eine Okiya - ein Haus, in dem
Geishas leben - verkauft und durchläuft die klassische Ausbildung zur
traditionellen japanischen Unterhalterin.
Beeindruckt an
diesem Buch hat mich nicht nur die detaillierte Erzählweise Goldens, sondern
auch sein pseudo-autobiographischer Stil, der Chiyo den Leser direkt ansprechen
lässt, fast so als säße sie einem im Gespräch gegenüber.
Nun mag sich
vielleicht der ein oder andere fragen, was so interessant an der Ausbildung bzw.
am Leben einer Geisha sein mag - nun, auch wenn sich im Buch die Ereignisse wie
kleine Bröckchen aneinander reihen und niemals überschlagen, so ergeben sie doch
zusammen gesehen eine durchweg interessante Handlung, in der mit Chiyos
Schicksal und ihren Sehnsüchten immer ein roter Faden vorhanden ist.
Die japanische Höflichkeit und Bedächtigkeit springt dem Leser förmlich aus den
Zeilen entgegen - ich hätte mich wohl in so mancher Situation nicht so
zurückhaltend und Schicksals ergeben verhalten können, wie die junge Japanerin.
Was ich im Leben einer Geisha nicht erwartet hätte, war die Tatsache, dass sie
über großes taktisches Geschicks verfügen muss, um ihre Konflikte zu bewältigen
und gesellschaftlichen Ziele zu erreichen, denn sie agiert hierbei nicht offen
vor den Augen der Männerwelt, sondern bedient sich eher subtileren Mitteln.
Fazit: Ein Buch, das mich in eine
völlig fremde und dadurch äußerst spannende Welt abtauchen ließ und vor allem
durch seine detaillierte und ruhige Erzählweise beeindruckt. |
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