Buchstaben-Salat-Rezension:
Was wird eigentlich aus Schwertkämpfern, Bogenschützen & Co. wenn sie die
Fünfzig überschritten haben? Nogusta, Kebra, Bison und eine ganzes Heer an
Leidensgenossen haben dieses Alter teilweise schon mehr als ein Jahrzehnt
hinter sich gelassen und werden von ihrem König ausgemustert. Als ihre Welt von Untoten
bedroht wird und es gilt, die mit dem Thronerben schwangere Königin zu
beschützen, sehen sich die drei alten Männer einer Übermacht an Feinden
gegenüber.
Mir hat die
Idee, einmal nicht strahlend schöne Helden ohne jedes Zipperlein, sondern
ergraute Veteranen in den Mittelpunkt eines Buches zu stellen, sehr gut
gefallen. Den Bogenschützen Kebra lassen seine einst so scharfen Augen
mittlerweile im Stich und der hünenartige Bison flunkert, wenn es ums Alter
geht. Dennoch sind sie wahre Krieger und noch jederzeit dazu in der Lage, für
eine edle Sache zu kämpfen. Dazu bekommen sie - typisch Gemmell - in
Winterkrieger dann auch reichlich Gelegenheit.
Dabei geht es nicht nur um
Blut, Schweiß und Ehre, sondern Gemmell stellt seine Helden auch von einer
anderen Seite dar. So sind sie zu Sensibilität, tiefer Freundschaft und
Herzlichkeit fähig und haben teilweise gar Angst vor einem Leben außerhalb der
Armee - haben sie doch kaum etwas anderes gemacht, als für ihren
König zu kämpfen. So sehen sie sich unvermittelt ausgemustert, obwohl sie sich
noch längst nicht dem alten Eisen zugehörig fühlen. Sie werden von einem Feldzug
in die weit entfernte Heimat zurückgeschickt, wo sie doch eigentlich gar kein zu
Hause mehr haben, sondern ihre Heimat dort sehen, wo ihr Schwert gefragt ist.
Ein wunderbarer Roman, in dem nicht nur
Schwertkampf und Heldentum eine Rolle spielen, sondern auch Freundschaft,
Mitgefühl und Humor.