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Lisa Gardner


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Der nächste Mord
The next Accident


Teil 2, Conners-Quincy-Reihe
445 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Psycho-Thriller

Bewertung (1-10):

"Sein Mund streifte über ihren Hals."

Inhalt:
Entgegen dem offiziellen Polizeibericht ist der brillante FBI-Agent Pierce Quincy überzeugt, dass der Tod seiner Tochter Amanda kein normaler Unfall war. Aber nur ein Mensch glaubt und hilft ihm: die junge Polizeibeamtin Rainie Connor. Aber der Killer, der seine Opfer studiert, ihre geheimen Schwächen gnadenlos ausnützt und sich ihr Vertrauen erschleicht, passt in kein FBI-Profil. Der Psychopath lässt auch keinen Zweifel daran, wen er als Nächste töten will: Quincys zweite Tochter. Da sucht Rainie Kontakt zu dem Täter - bereit, vielleicht sogar das nächste Opfer zu werden...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Wow, dieses Buch war wirklich schlecht! Nachdem ich vom Vorgänger "Der Schattenmörder" eigentlich recht angetan war, ging es nach knapp einem Drittel der Handlung bergab. Rapide bergab... Die Hauptfiguren Rainie Conners und Pierce Quincy wirkten wie verwandelt - sie plötzlich ordinär und äußerst leicht erregbar, er im Gegensatz dazu unterkühlt und emotionslos, auch in den furchtbarsten Situationen. Unglaubwürdig, wenn die Autorin auch nur ein klein wenig Wert auf logische Charakterentwicklung legt.

Nach knapp der Hälfte des Buches hatte ich bereits eine erste Vermutung, wer der Täter sein könnte. Erste Befürchtungen über eine einfallslose Auflösung stellten sich ein. Sie haben sich zwar nur zum Teil bestätigt, aber den bemühten Knalleffekt bei der Enthüllung der wahren Identität des Bösewichts hat Gardner leider durch eine so schlecht geschriebene Szene verdorben, die schon fast an Komik grenzte.

Überhaupt fanden sich leider viel zu viele solcher unglaubwürdiger Szenen - Rainie mutiert zum weiblichen Rambo und bedient sich einer Gossensprache die einfach nicht typisch für die Frau ist, die man im ersten Band kennen lernte. Quincy benimmt sich ob der schrecklichen Sachen, die seiner Familie zustoßen vollkommen unglaubwürdig. Und Tochter Kimberly überwindet ihre vom Tod der Schwester ausgelösten Panikattacken durch ein weiteres traumatisches Ereignis? Genau das, was sie die ganze Zeit befürchtet hat und was sie in ihrer Angst versinken ließ hat sich bestätigt - und eben das lässt sie von jetzt auf gleich zur Tapferkeit in Person werden? Fragwürdig...

Mit jeder Seite rutschte das Buch tiefer auf der Bewertungsskala. Vor allem die oft pathetische Ausdrucksweise der Hauptfiguren (wenn sie denn nicht gerade fluchten oder schrieen, wie Rainie) verleiht dem Buch eine ungewollte Komik, zumindest erschien es mir so. Endlich beim Epilog angekommen war ich nur noch froh, das Buch ausgelesen zu haben. Alles in allem ein erstaunlicher Qualitätsabfall zum im Vergleich inhaltlich und stilistisch sehr gut geschriebenen Vorgänger. Fragt sich nur, ob sich Frau Gardner beim dritten Band "Zum Zeitpunkt des Todes" wieder auf ihr altes Niveau zurück begeben kann.

P.S.: Im übrigen finde ich den deutschen Titel äußerst schlecht gewählt. Eine unveränderte Übersetzung des Originaltitels "The next accident" - also "Der nächste Unfall" - hätte den Kern der Handlung viel besser getroffen...

Besucherrezension von Silke S., 28. Juni 2004

Dies ist der zweite Teil der Connor-Quincy-Reihe. Allerdings ist es auch ein ziemlicher Absturz seitdem. Er fängt mit dem Unfall der jüngsten Tochter Mandy von Quincy an, die im ersten Band Hirntod an Apparaten hängt. Die Apparate sind abgestellt worden, weil man an den Organen der hirntoten Patienten Interesse bekundet hat. Was mir während des Lesens zu denken gab, war dass Mandy schon sehr lange hirntot ist und nur noch von Apparaten am Leben gehalten, ist. Doch Quincy scheint dies im ersten Band nicht zu stören und zu kümmern. Er sagt sogar, dass sie den Unfall selbst verursacht hat.

Nun, nach dem die Apparate abgestellt und das Mädchen beerdigt ist,  macht er sich plötzlich Gedanken, ob es vielleicht doch nicht „nur“ ein Unfall war und engagiert Rainie. Diese ist von ihrem Dienst suspendiert, da sie angeklagt war, ihre Mutter erschossen zu haben und ist jetzt selbständige Privatdetektivin. Auch sie, die im ersten Teil so schwer an ihrer Vergangenheit und Kindheit trug, ist plötzlich stark und selbstbewusst. Man sieht schon, dass die Personen sehr stark verändert auftreten. Die Story ist anfangs sehr packend und spannend, lässt aber leider auch sehr schnell nach. Das Ende ist nicht wirklich überraschend, aber mit ein paar tollen Effekten gemacht, wie ich finde!

 

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