Buchstaben-Salat-Rezension:
Es gibt Bücher, bei denen erinnere ich mich noch Jahre später, wann, wie und wo
ich sie gelesen habe. Feuer und Stein ist so ein Buch, denn es versetzte mich in
einen Leserausch, der erst mit der letzten Seite des 3. Teils (damals waren Band
4+5 noch nicht erschienen) endete.
Die Idee der
Handlung - eine junge Frau wird aus dem Jahr 1946 200 Jahre in die Vergangenheit
versetzt und muss sich plötzlich unter lärmenden, meist rothaarigen Schotten
behaupten - ist so simpel wie genial. Was für mich das Buch jedoch zu etwas
besonderem macht, ist die Art, in der Diana Gabaldon mir die Hauptdarstellerin -
Claire - näher bringt. Viele weibliche Leserinnen der Reihe sind besonders von
Jamie, dem gut aussehenden, großen Schotten angetan, doch für mich war es immer
Claire, der ich mich am nächsten fühlte und deren Geschichte ich verfolgen
wollte (ok, nach gut 200 Seiten geht es nicht mehr ohne Jamie und das ist auch
nicht besonders schlimm *g*).
Vielleicht liegt meine Vorliebe für Claire darin, dass ich schon immer gerne
Bücher gelesen habe, in denen es um Heilung / Medizin geht. Claire ist
eigentlich weltkriegserprobte Krankenschwester und steht auf einmal vor der der
Aufgabe mit geringsten Mitteln, meist Kräutern, gegen Krankheiten und
Verletzungen ankämpfen zu müssen.
Nicht zu
vergessen bei den Büchern von Frau Gabaldon sind natürlich die heißen Bettszenen
und ihr Wortwitz - die Frau schreibt einfach klasse! Vielleicht sind mir vor
allem wegen des Humors die Figuren so nahe gekommen, so dass ich jedes Mal, wenn
ich eines der Bücher lese (und mehrmals lesen versteht sich hier von selbst, ich
kann auch das
englische Hörbuch sehr empfehlen!) das Gefühl habe, zu guten Freunden zurück
zu kommen...
Buchstaben-Salat-Rezension (Audiobook)
(3):
Da ich mir
die Synchronstimme von Julia Roberts bzw. Ally McBeal nicht so recht als Verkörperung von Claire
vorstellen konnte, griff ich neugierig zur amerikanischen Originalfassung.
Und wurde nicht enttäuscht, habe alles verstehen
können und einen interessanten Einblick sowohl in die richtige Aussprache der
Namen, als auch in das Schottisch von Jamie gewinnen können. Geraldine James hat
hier wirklich eine Meisterleistung abgeliefert, denn ihr gelingt es auf
wunderbare Weise, Claire zu verkörpern und ihr Wesen für mich genau zu treffen.
Sprich: So habe ich sie mir vorstellt!
Jamie hat zwar - fast zwangsläufig bei einer
weiblichen Sprecherin - nicht die tiefe Stimme, wie ich sie vielleicht beim
Lesen der Romane im Ohr hatte, dafür aber konnte ich zum ersten Mal das
schottische Element in ihm erfassen und einem wunderbar rollenden R lauschen
(dessen wir Rheinländer ja bekanntlich nicht besonders mächtig sind). Natürlich
musste das Buch Federn lassen und so wurde ein 800-Seiten-Schinken auf sechs CDs
zusammengeschrumpft.
Wer den Zauber des Buches also wirklich verstehen
möchte, sollte zunächst die Lektüre wählen, wer jedoch die Stimmung noch einmal
nachempfinden und vielleicht die ganze Geschichte aus einer anderen Perspektive
erleben möchte, sollte unbedingt das Hörbuch ausprobieren. Ein bisschen Übung im
Hören englischer Texte sollte allerdings schon vorhanden sein, diese Fassung ist
für Anfänger eher ungeeignet.