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Der falsche Freund
Secret Smile



384 Seiten (HC), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Psycho-Thriller

Bewertung (1-10):

"Ich träume neuerdings immer wieder den gleichen Traum,
und jedes Mal kommt es mir vor, als wäre der Traum Realität."

Inhalt:
Miranda verliebt sich schnell und lässt auch schnell wieder los. Selbstbewusst entscheidet sie in der Liebe und im Job. Als sie an diesem Nachmittag nach Hause kommt, ist ihr neuer Liebhaber Brendan schon da. Ungeniert liest er in ihren Tagebüchern. Sie wirft ihn hinaus – und zurück bleibt allenfalls ein schaler Nachgeschmack. Zwei Wochen später stellt Mirandas Schwester Kerry ihr verliebt und überglücklich ihren neuen Freund vor. Es ist Brendan. Die Familie erliegt seinem Charme. Nur Miranda hat ein ungutes Gefühl. Brendan schmeichelt und lügt, präsentiert sich als Kerrys Bräutigam und macht Miranda obszöne Angebote. Niemand außer Miranda scheint etwas zu bemerken. Wie eine Klette hängt er sich an sie, drängt sich unaufhaltsam in ihr Leben, stiehlt das Vertrauen ihrer Freunde und untergräbt ihr Selbstvertrauen. Hilflos muss sie zusehen, wie Brendan sie immer mehr isoliert. Doch erst, als sie kaum noch Luft zum Atmen hat, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück…

Buchstaben-Salat-Rezension:
"Der falsche Freund" ist ein Thriller, der ohne blutige Einlagen auskommt, sondern sich vor allem auf psychologische Elemente konzentriert und diese so geschickt einsetzt, dass ich mich während des Lesens eines beklemmenden Gefühls nicht erwehren konnte. Doch zunächst eine Bemerkung zum Klappentext, der mir einen Teil des Lesespaßes geraubt hat - er verrät unnötigerweise zwei Ereignisse, die - hätte man vorher nicht gewusst, dass sie geschehen - sicherlich viel effektvoller gewesen wären. So wusste ich während des Lesens schon DASS bzw. auch WAS geschieht - vollkommen unnötig und ein Minuspunkt in Sachen Spannung. Daher habe ich den Klappentext auf dieser Seite auch um die entsprechende Stelle gekürzt. In der Synopse der Originalausgabe werden die betroffenen Ereignisse übrigens nicht erwähnt...

Zurück zum Buch, das aus der Ich-Perspektive heraus schildert, wie Miranda sich von ihrem Freund Brendan nach einer kurzen Affäre trennt und dann den Albtraum erlebt, dass dieser sich mit ihrer Schwester verlobt, sich in ihre Familie einschleicht und seine Ex-Freundin in einem äußerst schlechten Licht stehen lässt. Miranda erlebt eine Zeit der Hilflosigkeit, in der sie mit ansehen muss, wie ihre Familie dem Charme Brendans erliegt und sie selber immer wieder in missverständliche Situationen gerät, die stets zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Die Einsamkeit und zunehmende Isolation sowie das Unverständnis und die Kälte mit der sich Miranda konfrontiert sieht, wird so eindringlich geschildert, dass eine blutige Mordszene harmlos dagegen erscheint. Dem Autorenduo ist es meiner Meinung nach hervorragend gelungen, allein mit der Kraft von Worten die furchtbare Situation zu schildern, in die Miranda - wiederum durch die Kraft von Worten - geraten ist.

Brendans "Attacken" verändern sich von subtil zu gewagt und eskalieren schließlich immer mehr. Jedes Mal wenn Miranda glaubt, das richtige Rezept gegen seine Bosheiten gefunden zu haben, muss sie feststellen, dass sie einen äußerst raffinierten Gegner vor sich hat. Allein der Schluss des Buchs kam mir trotz einer überraschenden Wende ein wenig übereilt vor - so als ob das Autorenduo eine bestimmte Seitenanzahl nicht überschreiten durfte oder die Geschichte endlich zu einem Ende bringen wollte. Eine etwas breitere Ausführung der Geschehnisse hätten dem Buch sicherlich nicht geschadet.

Alles in allem ein spannender Psychothriller, der diesen Namen auch wirklich verdient hat. Ein ungewöhnlicher Plot mit geschickt eingesetzten psychologischen Horrormomenten, gleichmäßig spannend erzählt und trotz des etwas übereilten Endes äußerst lesenswert.

Drei-Minuten-Rezension von Silke S., 14. Dezember 2005
Rezensiert wurde die Hardcover-Ausgabe.
 
Aufmachung:

Robuste Bindung, starker Buchrücken. Dieses Buch hält etwas aus und taugt zu mehrfachem Lesen. Normales Papier. Durchschnittliche Papierstärke. Das Cover ist durchschnittlich und unauffällig. Normales Schriftbild. Weder zu kleine, noch zu große Schriftgröße.

Passt Cover zum Inhalt: ja
Erzählperspektive: Neutraler Erzähler (Erzähler zieht sich aus der Personenwelt vollkommen zurück)
Einstieg in die Geschichte: Geheimnisvoll. Reizt zum Weiterlesen.
Plot: Abgefahren. Teilweise sehr verrückte und absurde Geschehnisse.
Figuren: Vielschichtig und interessant. Nachvollziehbar in ihren Motiven.
Setting:

Realistisch und lebensecht. Man kann sich alles sehr gut vorstellen. Verrückt, aber glaubwürdig. Auch wenn nicht alles realistisch wirkt, nimmt man die Utopie doch ab.

Lesefluss:

Locker. Die Geschichte lässt sich leicht lesen.
Spannungsbogen kulminiert in furiosem Finale.

Sprache:

Entrückend. Der Autor vermag einen mit der Kraft seiner Worte an den Ort des Geschehens zu versetzen.

Zusatzmaterial: nicht vorhanden
Stärken: Erzählperspektive, Plot (Geschichte), Charakterzeichnung, Lesefluss
Schwächen: keine
 

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