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Nicci French


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Der Sommermörder
Beneath the Skin



416 Seiten (TB), Verlagsgruppe Randomhouse
Genre: Psycho-Thriller

Bewertung (1-10):

"Ohne die Wassermelone wäre ich nicht berühmt geworden,
und ohne die Hitze hätte ich die Wassermelone nicht gehabt."

Inhalt:
Es ist eine schwülheiße Augustnacht, an Schlaf ist nicht zu denken und Sie sind auf der Suche nach kühlem Grusel? Dann könnte Der Sommermörder der passende Begleiter für die nächsten Stunden sein. Denn der eiskalte Killer dieses Thrillers liebt die Hitze, die in diesem Jahr London zum Brutkasten macht und die Röcke höher rutschen lässt. Doch der heimliche Blick auf freigelegte Haut genügt ihm nicht - er will mehr von seinen Opfern, er will ihre Seele bloßlegen...

Buchstaben-Salat-Rezension:
Genauso wie bei uns, leiden die Londoner unter brütender Hitze. Dabei werden die weiblichen Stadtbewohner von einem unheimlichen Zeitgenossen beobachtet. Das Buch gehört zu der Sorte, die einen von der ersten Seite an ins Geschehen ziehen und die Hauptperson(en) wirklich gut vorzustellen vermögen. French versteht es, die Gedanken des Mörders und gleichzeitig auch die Hitze der Großstadt einzufangen. Deutlich wird das an den ersten Sätzen des Buches:

"Im Sommer heizen sich ihre Körper auf. Die Hitze sickert durch die Poren ihrer nackten Haut. Heißes Licht dringt in ihre Dunkelheit. Ich stelle mir vor, wie es in ihrem Inneren umherwogt und sie erregt. Ich denke an die dunkle, glänzende Flüssigkeit unter ihrer Haut..."

Und so geht es weiter - gerade wenn French die Gedanken des Mörders schildert, bedient sie sich einer eindringlichen, Sprache, lässt ihn sein Opfer genaustens analysieren und spart nicht mit Details. Der Sommermörder ist so nah an seinem Opfer dran wie der Leser, er sieht es nur aus einem anderen Blickwinkel.

Die Geschichte ist grob in drei Teile eingeteilt, diese Trennung wird jedoch dadurch abgemildert, dass es Überschneidungen sowohl zwischen Schauplätzen, als auch zwischen mehr oder weniger wichtigen Personen gibt. Dadurch wird der Fluss der Handlung nicht allzu sehr gestört - normalerweise mag ich Bücher, die auf solche Episoden setzen, nämlich nicht besonders, da der Bruch mich aus dem Geschehen heraus reißt und ich mich an die neuen Personen bzw. das neue Umfeld erst einmal gewöhnen muss.

Obwohl mir schon einige Seiten vor Ende des Buches die Auflösung klar war, hat mir der Schluss sehr gut gefallen, denn er wartet noch mit einer Überraschung auf. Insgesamt ein spannender, atmosphärischer Thriller, auch wenn für mich einige Fragen offen blieben (die ich jetzt aber wegen Spoilergefahr nicht näher beschreiben möchte). Und noch ein dickes Manko, für das die Autorin aber nichts kann: Der Klappentext verrät viel zu viel und nimmt einen Teil der Spannung!

Alles in allem ein spannender Psychothriller, der diesen Namen auch wirklich verdient hat. Ein ungewöhnlicher Plot mit geschickt eingesetzten psychologischen Horrormomenten, gleichmäßig spannend erzählt und trotz des etwas übereilten Endes äußerst lesenswert.

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