Buchstaben-Salat-Rezension:
Path of Fate ist eher ein Buch der leisen Töne, das mehr durch seine liebevoll
gezeichneten Charaktere, als durch seine abenteuerliche Geschichte besticht. Im
Mittelpunkt steht die junge Heilerin Reisil, die von der Göttin ihres Volkes
eine große Ehre widerfährt - sie wird zur Ahalad-Kaaslane berufen. Die
Ahalad-Kaaslane sind Auserwählte, die sich geistig mit einem Tier verbinden und
im Namen der Göttin Gutes tun. Dazu müssen sie sich jedoch von ihrem bisherigen
Leben lösen, fortan durch ihr Land ziehen und ihre Kräfte zum Wohle des Volkes
einsetzen. Doch Reisil schlägt die Ehre, Ahalad-Kaaslane zu werden und sich mit
dem Habicht Saljane zu verbinden, zunächst aus...
Das eigentlich Abenteuer in Path of Fate - eine
Befreiungsaktion - ist wenig
spektakulär, wodurch Reisil und weitere interessante Charaktere in den
Mittelpunkt rücken. Das ist auch gut so, denn Francis gelingt es mit ihrem
flüssigen Erzählstil sehr gut, die Zweifel und innere Zerrissenheit der jungen
Frau darzustellen und ihre Wandlung zur mutigen Heldin glaubhaft zu schildern.
Wirklich gelungen ist der
Autorin auch die Beschreibung der Verbindung von Mensch und Tier. Saljane, der
Habicht, wird dabei als majestätisches und stolzes Wesen dargestellt, das trotz
seiner engen Verbindung zum Menschen stets Tier bleibt. Gerade den Einsatz der
Fähigkeiten der Tiere im Gegensatz zur Magie des Feindes machen einen großen
Teil des Reizes dieses Buches aus. Es reicht einmal nicht das Murmeln eines
Zauberspruches aus, um einen Gegner zu bekämpfen, sondern die Ahalad-Kaaslane
müssen ihre menschlichen und tierischen Fähigkeiten kombinieren, um bestehen zu
können.
Nach und nach
nimmt auch das recht lahme Abenteuer, das Reisil und Saljane zu überstehen
haben, an Fahrt auf und entwickelt doch noch eine überraschende Komplexität.
Gerade das Ende lässt auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen.