Buchstaben-Salat-Rezension:
Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Seregil den jungen Alec aus dem Kerker
befreite und bei sich aufnahm. Mittlerweile wurde so manches Geheimnis um die
beiden Figuren aufgedeckt, doch Flewelling hat ausreichend für einen dritten
Band zurück behalten. Dieser war für mich der interessanteste der Trilogie, da
der Leser endlich das Volk der Aurenfaie kennen lernt, das in Band eins für Alec
noch ins Reich der Sagen und Märchen gehörte.
Die Menschen in Seregils Heimatland leben in
Clans und treffen wichtige Entscheidungen in der Iia'sidra, einer
Versammlung, die mich an den römischen Senat erinnerte. Während Prinzessin Klia
als Abgesandte Skalas dort um Unterstützung im Krieg gegen Plenimar wirbt,
bietet sich reichlich Gelegenheit, die Kultur der Aurenfaie zu skizzieren und
weitere Nebel in Seregils und Alecs Leben zu lichten. Flewelling tut dies - wie
schon in den beiden Vorgängerbänden - nicht überhastet, sondern lässt dem Leser
durch Andeutungen Zeit für eigene Spekulationen.
Sind die Adeligen von Skala
schon geschickt im Spinnen von Intrigen, so entpuppen sich die Aurenfaie als
wahre Meister in diesem Spiel. Und auch wenn ein Großteil des Buches aus einem
Tauziehen um Interessen und den komplizierten Verhandlungen in der Iia'sidra
besteht, schafft es Flewelling stets, den Leser zu fesseln und niemals
Langeweile aufkommen zu lassen. Einzig ein Glossar mit Übersetzungen der vielen
Namen in der Sprache der Aurenfaie hätte ich mir gewünscht, denn auch wenn ich
mir mit der Zeit einige merken konnte, hätte ich den ein oder anderen Begriff
doch gerne nachschauen können.
Fazit: Ein würdevoller Abschluss einer ganz
besonderen Trilogie, die sich wohltuend abhebt vom Actioneinerlei, das sich
mitunter auf dem Fantasy-Markt breit gemacht hat. Intelligente und stets
spannende Unterhaltung!