Buchstaben-Salat-Rezension:
Dieses Buch ist der Beweis dafür, dass man besser keine unvollendeten Reihen
anfangen sollte - nachdem ich die letzte Seite umgeblättert hatte, war ich
Flewelling zwar dankbar dafür, dass sie halbwegs alle roten Fäden
zusammengeführt hatte (anders als beim ersten Band), ich wollte aber dennoch
diese vielen liebenswerten Figuren, die sie in der Tamír Triad geschaffen hat,
nicht verlassen und miterleben, wie die Geschichte zu einem Ende kommt.
Genug gejammert, nun zu den Lobeshymnen, denn
dieses Buch steht dem ersten wirklich in nichts nach. Weiterhin bleibt die
Autorin ihrem Stil treu und lässt die Geschichte eher ruhig dahin plätschern,
setzt viel auf ihre starken Charaktere (egal, ob gut oder böse) und vereinzelt
auch auf Emotionen (ohne dabei kitschig zu werden).
Tobin weiß nun um ihre wahre Identität, lebt aber
mit der Bürde, ihr Wissen nicht mit allen ihrer engsten Freunde teilen zu
können. Diese innere Zerrissenheit vermag Flewelling sehr gut darzustellen und
fesselte - zumindest mich - noch mehr an das Buch und seine Protagonisten.
Doch die Autorin "kümmert"
sich nicht nur vornehmlich um ihre Hauptfiguren, sondern erweckt auch
Randfiguren zum Leben, indem sie scheinbar unwichtige Geschehnisse einflechtet
und so auch den Hintergrund der Geschichte lebendig werden lässt. Ich habe mich
stets so gefühlt, als befände ich mich mitten in Skala bzw. Ero - eine Tatsache,
die neben ihren gelungenen atmosphärischen Beschreibungen sicherlich auch in der
relativ geringen Anzahl an Schauplätzen begründet ist. Und daran, dass sie sich
Zeit lässt, eine scheinbar unwichtige Episode sorgfältig auszuspinnen!
Alles in allem ein wundervolles Buch, das ich
jedem, der eine spannende, aber dennoch (be-)rührende Geschichte mit starken
Charakteren zu schätzen weiß, nur ans Herz legen kann.