Buchstaben-Salat-Rezension:
Nach der Schattengilde habe ich von Lynn Flewelling
eigentlich keine
Steigerung mehr erwartet, so gut hatten mir Charaktere, Plot und die liebevoll
und sorgfältig gezeichnete Welt gefallen. Das Orakel von Skala habe ich eher aus
der Motivation heraus angefangen, noch ein wenig mehr Zeit in Skala und Umgebung
verweilen zu können; bestenfalls gut unterhalten zu werden.
Doch schwer getäuscht - Das Orakel von Skala ist
viel mehr als nur ein Prequel zur Schattengilde, in welchem der Lehrmeister
Nysanders - Arkoniel - auftaucht und in dem eine nette Geschichte über jenen
König erzählt wird, der die weibliche Thronfolge in Skala durchbrach und sich
gegen eine göttliche Prophezeiung stellte. Flewelling schaffte es, mich mit eher
leisen Tönen, viel Magie und ein wenig Grusel in ihren Bann zu ziehen und
konfrontierte mich mit dem jungen Tobin, auf dem ein schweres Schicksal lastet.
Der Leser begleitet Tobin den gesamten ersten Band durch seine Jugend, die
oberflächlich gesehen relativ ereignislos ist. Spannend wird die Sache erst
durch das Wissen um Tobins Geheimnis, nämlich dass er in Wirklichkeit ein
Mädchen und gleichzeitig die rechtmäßige Königin Skalas ist.
Neben Tobin schafft Flewelling
viele interessante, mal mehr und mal weniger liebenswerte Figuren, die das Buch
nie langweilig werden lassen. So nimmt man nicht nur an Tobins Schicksal teil,
sondern erfährt gleichzeitig viel Wissenswertes über das Leben der Magier in
Skala vor der Zeit von Nysander & Co. in den Büchern der Schattengilde. Für mich
beginnt sich der Kreis mit diesem Buch noch mehr zu schließen und ein sowieso
schon schönes Leseerlebnis der anderen drei Bücher durch viele zusätzliche
Informationsbröckchen abzurunden.
Wer Gefallen am ersten Band dieser Trilogie
findet, sollte möglichst den nächsten schon bereit halten, was problematisch
wird, wenn man die Reihe in der deutschen Übersetzung liest, denn das Pendant zu
"Hidden Warrior" ist leider noch nicht erschienen.